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KI half bei der Tilgung von Kreditkartenschulden

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Mehrere offene Kredite können es erschweren, alltägliche Rechnungen zu bezahlen. In einem Fall aus Norwegen half ein digitaler Rückzahlungsplan dabei, die letzte Rate in greifbare Nähe zu rücken.

Eine 26-jährige Norwegerin namens Victoria steht kurz davor, rund 17.600 Euro an Kreditkarten- und Konsumentenschulden abzubezahlen, nachdem sie KI genutzt hatte, um einen Rückzahlungsplan zu erstellen, berichtet NRK.

Zeitweise hatte sie Schulden bei mehreren Kreditgebern. Heute muss sie nur noch die Schulden auf einer Kreditkarte begleichen, bevor sie einen Meilenstein erreicht, den sie als Erwachsene noch nie erlebt hat: schuldenfrei zu sein.

Ihre Verschuldung begann bereits in ihrer Jugend, als sie noch während der Oberstufe eine Kreditkarte erhielt und sich davon einen Computer kaufte. Während der Pandemie fiel es ihr durch die Isolation immer schwerer, dem Online-Shopping zu widerstehen. Nach eigenen Angaben war das Warten auf Pakete eines der wenigen Dinge, die ihre Stimmung aufhellten.

Es folgten Kleidung, Kosmetik, Hautpflegeprodukte und Elektronik. Zu den Käufen gehörte laut dem Sender auch ein Kühlschrank im Wert von rund 880 Euro.

Lieferungen wurden Teil des Problems

Was mit einzelnen Einkäufen begann, entwickelte sich schließlich zu einer dauerhaften finanziellen Belastung. Victoria konnte sich nur schwer auf ihr Studium konzentrieren und arbeitete so viel wie möglich, weil sie ihre Schulden loswerden wollte.

„Es hat mich ständig belastet. Wenn ich jetzt nichts unternehme, könnte ich mit 40 immer noch damit dasitzen“, sagte sie.

Apps zur Schuldenverwaltung halfen ihr zunächst dabei, ihre Verbindlichkeiten aufzulisten. Anschließend nutzte sie einen KI-Chatbot, um Einkommen, Arbeitsstunden, Ausgaben und Zinssätze zu vergleichen und eine Reihenfolge für die Rückzahlung festzulegen, anstatt willkürlich eine Kreditkarte auszuwählen.

Die Verbraucherökonomin Silje Sandmael sagte gegenüber NRK, dass finanzieller Druck nicht nur ein Geldproblem sei. Viele Menschen würden den Stress durch Schulden viel zu lange allein mit sich herumtragen. Geldsorgen könnten zudem Schlaflosigkeit, Angstzustände und Depressionen begünstigen.

Nach Angaben des norwegischen Schuldenregisters, über die NRK berichtet, belaufen sich die unbesicherten Schulden in Norwegen inzwischen auf rund 15,4 Milliarden Euro. Allein im Mai seien sie um etwa 150 Millionen Euro gestiegen.

Sensible Daten wurden in das Tool eingegeben

Sandmael sagte, KI könne ein sinnvoller Ausgangspunkt für Menschen sein, die sich zunächst einen Überblick verschaffen und Prioritäten setzen müssten. Grundsätzlich riet sie dazu, sich Unterstützung bei einer vertrauenswürdigen Person zu suchen, anstatt ernsthafte Schuldenprobleme stillschweigend allein zu bewältigen.

Auch die Technologiestrategin Eirin Larsen mahnte zur Vorsicht. Sie sagte gegenüber NRK, dass Menschen oft nützliche Hinweise von KI erhalten könnten, ohne sämtliche sensiblen Informationen preiszugeben. Wer größere finanzielle Probleme habe, sollte zudem Originalquellen prüfen und mit seiner Bank sprechen.

Larsen warnte, dass personenbezogene Daten, die in solche Tools eingegeben werden, zum Training von Sprachmodellen oder zur Aussteuerung personalisierter Werbung genutzt werden könnten.

Victoria räumte ein, dass es sich unangenehm angefühlt habe, einem Chatbot so viele finanzielle Informationen anzuvertrauen. Dennoch habe sie dies als einen Preis betrachtet, den sie zu zahlen bereit war, wenn sie dadurch ihre Schulden endlich begleichen könne.

Da die letzte Zahlung nun in Sicht ist, hat sie eine Botschaft an andere Menschen in einer ähnlichen Situation:

„Fangt jetzt an. Wartet nicht mehrere Jahre, so wie ich.“

Quelle: NRK