Startseite Nachrichten Neue NHS-Leitlinien empfehlen jährliche Überprüfungen für PMOS-Patientinnen

Neue NHS-Leitlinien empfehlen jährliche Überprüfungen für PMOS-Patientinnen

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Auf die täglichen Signale des Körpers zu achten, ist ein wesentlicher Bestandteil der Langzeitgesundheit.

Doch geringfügige Unregelmäßigkeiten werden leicht als vorübergehende Unannehmlichkeiten abgetan. Laut The Guardian drängen medizinische Fachleute Patientinnen, diese routinemäßigen Warnzeichen weitaus ernster zu nehmen.

Eine übersehene Bedrohung

Eine grundlegende Änderung der Gesundheitsleitlinien könnte bald die medizinische Versorgung von Millionen von Patientinnen und Patienten verändern. Laut einem Bericht von *The Guardian* hat das National Institute for Health and Care Excellence, bekannt als NICE, neue Leitlinienentwürfe für eine weit verbreitete, aber häufig ignorierte Hormonerkrankung herausgegeben.

Die Leitlinie besagt, dass bis zu vier Millionen Frauen mit unregelmäßigen Perioden formell auf das Polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) untersucht werden sollten. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass PMOS bis zu 13 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betrifft.

Patientinnen, die mit dieser Erkrankung zu kämpfen haben, leiden oft unter unvorhersehbaren Menstruationszyklen, einem erhöhten Testosteronspiegel und Ansammlungen kleiner Follikel an ihren Eierstöcken. Die Störung wird routinemäßig übersehen und im gesamten Gesundheitssystem inkonsistent behandelt.

Verborgene Gesundheitsrisiken

Bleibt dieses hormonelle Ungleichgewicht unbehandelt, kann es im Laufe der Zeit den Weg für schwerwiegende chronische Krankheiten ebnen, die von Typ-2-Diabetes und Herzkomplikationen bis hin zu Schlafapnoe und psychischen Problemen reichen.

NICE empfiehlt Hormonbluttests und routinemäßige Ultraschalluntersuchungen. Entscheidend ist, dass die Bedrohung nicht alle gleichermaßen trifft, was zu Forderungen führt, dass Ärztinnen und Ärzte die Symptome bei Patientinnen und Patienten schwarzer, asiatischer und gemischter Herkunft genauer untersuchen sollten. Diese systemischen Versorgungslücken schaffen oft große Hindernisse für eine angemessene Behandlung.

Marieanne Ledingham, eine beratende klinische Beraterin für NICE, betonte gegenüber *The Guardian* die Bedeutung dieser Änderungen.

„PMOS ist eine häufige, aber oft übersehene Erkrankung, die erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann. Die Empfehlung einer einfachen jährlichen Überprüfung ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Menschen die fortlaufende Versorgung und Überwachung erhalten, die sie benötigen“, so Ledingham.

Kosten und Versorgung

Der Rahmen schlägt vor, berechtigten Patientinnen eine IVF-Behandlung anzubieten. Er schließt jedoch die von der NHS finanzierte Laser-Haarentfernung aus, da diese nicht kosteneffektiv sei und in England jährlich bis zu 100 Millionen Pfund kosten würde.

Gesundheitsorganisationen haben den aktualisierten Ansatz wärmstens begrüßt. Janet Lindsay, Geschäftsführerin von Wellbeing of Women, stellte fest, dass Patientinnen viel zu lange mit Diagnoseverzögerungen und abgetanen Symptomen konfrontiert gewesen seien.

„Wellbeing of Women begrüßt diese Entwürfe der NICE-Leitlinien und erkennt [PMOS] als eine komplexe, lebenslange Erkrankung an, die die reproduktive Gesundheit, das psychische Wohlbefinden und die langfristigen Gesundheitsergebnisse beeinflussen kann. Die Empfehlung einer regelmäßigen Überprüfung ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Frauen während ihres gesamten Lebens die fortlaufende Unterstützung, Überwachung und Informationen erhalten, die sie benötigen“, erklärte Lindsay.

Quellen: The Guardian