Gesund zu bleiben im Alter umfasst viele bekannte Ratschläge zu Ernährung, Schlaf und Herz-Kreislauf-Training.
Doch Mediziner entdecken, dass das Geheimnis eines langen Lebens an Orten verborgen sein könnte, die wir selten in Betracht ziehen. Laut The Guardian offenbart eine neue Betrachtung des menschlichen Körpers eine unerwartete Verbindung zwischen unserer Stärke und unserem Überleben.
Qualität vor Größe
Eine bahnbrechende Studie hat ergeben, dass starke Brust- und Rückenmuskeln das Risiko eines Herzinfarkts drastisch senken können. Laut einem Bericht von The Guardian untersuchten Forscher mithilfe künstlicher Intelligenz Krankenhausscans von 1,722 Patienten.
Die Ergebnisse waren frappierend. Personen mit einer höheren Muskeldichte im Oberkörper hatten eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, in den folgenden zehn Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden oder vorzeitig zu sterben.
Interessanterweise schien die tatsächliche Größe der Muskeln überhaupt keine Rolle zu spielen. Stattdessen zeigte die in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlichte Studie, dass das wahre Geheimnis in der Zusammensetzung und Qualität des Gewebes selbst liegt.
Helligkeit bedeutet Gesundheit
Um diese Muster aufzudecken, analysierte das Team der University of Edinburgh spezifische Scans, die Knochen, Organe und Fett betrachten. Dichteres Muskelgewebe enthält weniger Fett, wodurch es auf einem digitalen Scan wesentlich heller erscheint.
Die mathematische Auswertung dieser Helligkeit ist bemerkenswert. Für jede Erhöhung der Scanhelligkeit um 10 Punkte war eine Person 31 Prozent weniger anfällig für einen Herzinfarkt.
Noch besser: Derselbe 10-Punkte-Sprung entsprach einer um 39 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit, innerhalb von zehn Jahren zu sterben. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass die leitende Wissenschaftlerin ihren eigenen Lebensstil änderte.
Professor Michelle Williams, die leitende Autorin, begann sofort, zweimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen und täglich zu spazieren. „Es ist faszinierend, dass die Skelettmuskulatur von Menschen mit ihrem Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, in Verbindung gebracht werden könnte“, sagte Williams gegenüber The Guardian.
Die Kraft der Bewegung
Williams bemerkte, dass die Scans hauptsächlich den Rücken, die Brustmuskeln und die Rippenmuskulatur hervorheben. Sie konzentriert sich nun auf Planks, Cycling und Pilates, obwohl sie anmerkt, dass weitere Forschung erforderlich ist, um den Zusammenhang vollständig zu verstehen.
Zukünftig könnten Ärzte routinemäßige Brustscans nutzen, um Patienten mit geringer Muskelqualität zu identifizieren. Diese Personen könnten dann frühzeitig durch gezielte Trainingspläne oder präventive Medikamente Hilfe erhalten.
Die British Heart Foundation hat das Projekt mitfinanziert. Professor Bryan Williams, der medizinische Leiter der Organisation, erklärte gegenüber The Guardian, dass dichte Muskeln direkt auf einen aktiven Lebensstil hinweisen.
„Das ist ein weiterer Beweis, der die Kraft der Bewegung untermauert“, erklärte er.
Quellen: The Guardian