Die Behörden führen neue Maßnahmen als Reaktion auf veränderte Bedingungen ein, die Küstengemeinden betreffen. Die jüngsten Schritte spiegeln umfassendere Bemühungen wider, die öffentliche Sicherheit, Umweltbelange und den Sommertourismus miteinander in Einklang zu bringen.
Eine Gesundheitswarnung vor invasiven giftigen Kugelfischen hat die Küstenbehörden in Teilen Griechenlands dazu veranlasst, an beliebten Badeplätzen neue Schutzmaßnahmen einzuführen.
Die erste schwimmende Meeresbarriere wurde in Chalkida am nördlichen Golf von Euböa installiert, berichtet The Guardian.
Warnung im Meer
Eine Warnung des Griechischen Roten Kreuzes, auf die sich The Guardian bezieht, rät allen Personen, die von einem Kugelfisch gebissen werden, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da die Art schwere Verletzungen verursachen kann.
In der Warnung heißt es außerdem, dass der Fisch nicht verzehrt werden darf, da er Tetrodotoxin enthält – ein potenziell tödliches Nervengift, für das kein bekanntes Gegenmittel existiert.
Das Problem betrifft mehr als nur die Sicherheit an den Stränden: Badegäste fürchten Verletzungen, während Fischer berichten, dass die invasive Art Netze und andere Fanggeräte beschädigt.
Der stellvertretende Bürgermeister von Chalkida, Antonis Spanos, sagte der britischen Zeitung, dass dem Projekt monatelange Planungen und Genehmigungsverfahren vorausgegangen seien und die öffentliche Sicherheit oberste Priorität habe.
The Guardian berichtet, dass rund 2,5 Kilometer Barrieren in den örtlichen Buchten geplant sind, während benachbarte Gemeinden ähnliche Systeme vorbereiten.
Griechenland hat zudem angekündigt, für gesammelte Kugelfische 5,33 Euro pro Kilogramm zu zahlen. Damit folgt das Land einer ähnlichen Aktion auf Zypern.
Fragen bleiben offen
Wissenschaftler, die von The Guardian interviewt wurden, gehen davon aus, dass die Fische über den Suezkanal vom Roten Meer ins Mittelmeer gelangt sind. Wärmere Meerestemperaturen hätten ihre Ausbreitung in neue Gebiete begünstigt.
Diese Entwicklung stellt die örtlichen Behörden vor die Aufgabe, die Sicherheit an den Stränden gegen die umfassendere Herausforderung abzuwägen, eine invasive Art zu kontrollieren, die inzwischen in den Gewässern der Region vorkommt.
Einige Fischer bleiben gegenüber den Maßnahmen skeptisch und argumentieren, dass die Bemühungen zur Entfernung der Fische möglicherweise nicht ausreichen. Gleichzeitig hat eine neue Interessenvertretung die Kampagne aus ethischen Gründen kritisiert.
Der Meeresbiologe Ioannis Batjakas sagte The Guardian, die Gefahr für Badegäste werde überschätzt. Angriffe auf Menschen seien äußerst selten und kämen in der Regel nur vor, wenn die Fische provoziert würden.
Seine Einschätzung hat der Debatte eine weitere Dimension verliehen, während die Behörden versuchen, die Öffentlichkeit zu beruhigen, ohne die Art als unmittelbare Bedrohung für jeden Badegast darzustellen.
Am Strand von Chalkida beobachtete Pavlos Beleyiannis, wie seine Enkelkinder innerhalb der neuen Barriere blieben – ein kleines Zeichen dafür, wie sich die Gewohnheiten der Einheimischen an die Warnungen anpassen.
Beleyiannis sagte der Zeitung: „Gott sei Dank ist sie da, um sie zu schützen“, und fügte hinzu: „Als ich ein Kind war, gab es solche Gefahren in diesen Gewässern nicht.“
Quelle: The Guardian