Trump und Putin sprachen während eines langen Telefongesprächs vor dem NATO-Gipfel über den Krieg in der Ukraine sowie die Beziehungen zwischen den USA und Russland.
Ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat am Samstag den Krieg in der Ukraine nur wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in der Türkei erneut in den Mittelpunkt gerückt.
Nach Angaben des Kremls wurden während des Gesprächs sowohl die Entwicklungen auf dem Schlachtfeld als auch die Beziehungen zwischen Moskau und Washington erörtert, berichtet 20Minutos.
Fokus auf die Front
Nach Angaben des außenpolitischen Beraters des Kremls, Juri Uschakow, fand das Telefonat auf Wunsch des Weißen Hauses anlässlich des 250. Unabhängigkeitstags der Vereinigten Staaten statt.
Das Gespräch dauerte eine Stunde und 25 Minuten, sagte Uschakow laut der Nachrichtenagentur EFE. Der Krieg in der Ukraine sei eines der zentralen Themen des Gesprächs gewesen, erklärte der Kreml laut 20Minutos.
Während des Gesprächs legte Putin die russische Einschätzung der Lage an der Front dar und erklärte, dass die russischen Streitkräfte ihre Offensive im Donbas fortsetzen.
„Ganz gleich, wie sehr das Kiewer Regime an seinen verbliebenen Stellungen festhält – unsere Armee wird sie ausnahmslos alle einnehmen.“
Einschätzung des Kremls
Laut Uschakow sagte Putin Trump zudem, dass die Ukraine und die Europäische Union aus russischer Sicht die Entwicklungen an der Front falsch einschätzten.
Er behauptete außerdem, dass die russischen Streitkräfte weiter vorrückten und neue Gebiete unter ihre Kontrolle brächten.
Der Kreml hob außerdem Russlands behauptete Einnahme von Kostiantyniwka hervor, die er am Freitag als bedeutenden Fortschritt seiner Offensive bezeichnete. Diese Angaben stammen von russischen Behörden und konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Nach Angaben des Kremls bekräftigte Putin, dass Russland eine Verhandlungslösung anstrebe, allerdings nur, wenn diese den eigenen Forderungen und Interessen des Landes entspreche, berichtet 20Minutos.
Trump will den Krieg weiterhin beenden
Nach Angaben des Kremls sagte Trump während des Gesprächs, dass er sich weiterhin dafür einsetzen wolle, zu einem Ende des Krieges in der Ukraine beizutragen, berichtet The Guardian.
Der US-Präsident wird außerdem beim NATO-Gipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Dort sollen auch die Aussichten auf eine diplomatische Lösung erörtert werden.
Nach seinem Telefonat mit Putin sprach Donald Trump laut AP News auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Nach Angaben Selenskyjs sprachen sie über die Entwicklungen auf dem Schlachtfeld, Möglichkeiten zur Beendigung des Krieges sowie den fortgesetzten Dialog zwischen ihren beiden Ländern.
Ukraine weist Russlands Behauptung zu Kostiantyniwka zurück
Der ukrainische Präsident bezeichnete das Gespräch als positiv und erklärte, er rechne damit, Trump beim NATO-Gipfel in der Türkei zu treffen, bei dem der Krieg in der Ukraine voraussichtlich eines der Hauptthemen sein werde.
Die Ukraine hält jedoch daran fest, dass Kostiantyniwka weiterhin unter ukrainischer Kontrolle steht und die Kämpfe in der Region andauern, berichtet The Guardian.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies Putins Behauptung zurück, die Stadt sei eingenommen worden, und betonte, dass die russischen Angaben nicht der tatsächlichen Lage auf dem Schlachtfeld entsprächen.
Quellen: 20Minutos, The Guardian, AP News