Ein pro-russischer Blogger macht russische „Freiwillige“ verantwortlich.
In der Hitze moderner Kriegsführung füllt sich der Himmel schnell mit Chaos.
Die Mischung aus fortschrittlicher Technologie und menschlichen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen schafft ein unvorhersehbares Umfeld, in dem Fehler unglaublich kostspielig sind.
Die Gefahr geht nicht immer vom Feind aus.
Tödliche Verwechslung
Ein russischer Ka-52-Kampfhubschrauber stürzte am 2. Juli in der Region Woronesch ab, als er versuchte, einen nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff abzuwehren.
Wie The Insider berichtete, habe ein russisches schultergestütztes Raketensystem namens Verba den Hubschrauber abgeschossen und dabei den Piloten getötet.
Laut Gouverneur Alexander Gusev zerstörten Luftverteidigungseinheiten in dieser Nacht acht Drohnen über der Region.
Blindes Feuern auf Ziele
Der russische Kriegskorrespondent Wladimir Romanow machte schnell eine mangelhafte Ausbildung dafür verantwortlich. Seiner Ansicht nach verursache ein massiver Mangel an grundlegenden Fähigkeiten nun tödliche Probleme an der Front.
In einem von The Insider zitierten Beitrag schrieb Romanow: „Es gebe Militärpersonal, das mehr oder weniger ausgebildet sei und zumindest ein gewisses Maß an Koordination besitze. Diese erzielten Ergebnisse. Dann gebe es ‚Freiwillige‘, die von der Straße aufgelesen würden, mit minimaler Ausbildung Waffen erhielten und anfingen, blind ‚auf das Ziel‘ zu feuern. Das führe zu sehr unglücklichen Konsequenzen.“
Experten glauben, die Rakete sei einfach durch die Wärmesignaturen am Himmel verwirrt worden.
Auf Wärme fixiert
Ruslan Lewijew, Gründer des Conflict Intelligence Teams, vermutete, die Waffe habe das falsche Ziel erfasst und die Drohne vollständig ignoriert.
Laut Lewijew habe sich der Suchkopf der Rakete auf ein „heißeres (als die UAV) Ziel“ fixiert, nämlich auf den Abgasstrahl der Hubschraubermotoren.
Lewijew bemerkte, die Verba sei ein modernes System. Er erklärte: „Theoretisch sollte die Verba bei der Zielerfassung (ohne auf andere Ziele umzuschalten) präziser sein als die Igla.“
Ein tödlicher Absturz
Der Aufprall war für die Besatzung tödlich. Der Militärblogger Aleksei Semzow berichtete zuerst über den Verlust und bestätigte, der Pilot sei ums Leben gekommen.
Der pro-russische Blogger Kirill Fjodorow berichtete später, der Hubschrauberkommandant sei ums Leben gekommen, während sich der Navigator habe retten können.
Der Navigator überlebte mit Verletzungen. Bislang haben sich offizielle russische Quellen zu dem Vorfall ausgeschwiegen.