Trumps liebste Beschäftigung, Zweifel an der letzten Wahl zu säen, hat eine unerwartete Wendung genommen.
Transparenz in der Regierungsarbeit bringt oft unerwartete Wendungen mit sich.
Wenn Politiker beschließen, Verschlusssachen zu veröffentlichen, um eine Behauptung zu untermauern, entsprechen die Dokumente nicht immer der gewünschten Darstellung.
Eine umfangreiche neue Veröffentlichung von Geheimdienstinformationen hat genau dies bewiesen.
Eine überraschende Entdeckung
Präsident Donald Trump nutzte am Donnerstag eine landesweite Ansprache zur Hauptsendezeit, um Bedenken hinsichtlich der Wahlbeeinflussung zu äußern. Er kündigte an, geheime Dokumente deklassifiziert und auf der Website des Weißen Hauses veröffentlicht zu haben.
Trump bestand darauf, diese Aufzeichnungen würden beweisen, dass ausländische Mächte und der „Deep State“ seine Kampagne ins Visier genommen hätten. Doch die Akten enthüllten etwas, das er wahrscheinlich lieber verborgen gehalten hätte.
Einem Bericht von HuffPost zufolge zeigen die Dokumente tatsächlich, dass ausländische Hacker seinen Rivalen Joe Biden ins Visier nahmen, anstatt ihn selbst.
Trumps liebste Beschäftigung, Zweifel an der letzten Wahl zu säen, hat eine unerwartete Wendung genommen, da die stark geschwärzten Dokumente eine völlig andere Geschichte erzählen als die, die er im Fernsehen verbreitete.
Die Geheimdienstakten
Ein zentrales Dokument aus der öffentlichen Veröffentlichung trägt den Titel „CIA Wire Memo Summer 2020“. Diese Akte widerspricht direkt den Behauptungen des Präsidenten, er sei das Hauptziel gewesen.
„Während sich die Wahl 2020 nähert, hat die IC chinesische staatlich geförderte Cyberakteure entdeckt, die die Präsidentschaftskampagne des ehemaligen Vizepräsidenten ins Visier nehmen, wahrscheinlich um Informationen zu sammeln, die zukünftige Operationen ermöglichen könnten“, hieß es in dem Memo.
Die Formulierung bezieht sich auf Bidens Kampagne. Die Akten beweisen, dass chinesische Staatshacker sich auf die Ausspionierung des demokratischen Herausforderers konzentrierten und nicht auf Trump.
Russland mischte sich ein
Die Akten zeigten auch, dass russische Cyberakteure eine parallele Kampagne durchführten. Auch sie konzentrierten ihre Energie auf den demokratischen Kandidaten.
Eine Akte mit dem Titel „NICA (National Intelligence Council Assessment) Foreign Threats To 2020 US Election“ legte die Details dar.
„Wir schätzen ein, dass Russland eine Reihe von Maßnahmen einsetze, um hauptsächlich den ehemaligen Vizepräsidenten Biden und das, was es als ein antirussisches Establishment ansehe, zu verunglimpfen. Zum Beispiel weise es Stellvertreter an oder ermutige sie, Behauptungen über Vizepräsident Biden zu verbreiten. Einige Kreml-nahe Akteure versuchten auch, die Kandidatur von Präsident Trump in den sozialen Medien zu fördern“, hieß es in der Einschätzung.
Dieselbe Akte vermerkte, dass China „es vorziehe, dass Präsident Trump besiegt werde“. Dennoch zielten die tatsächlichen Cyberangriffe und Spionageoperationen auf Biden ab. Die Deklassifizierung hat versehentlich den immensen Druck hervorgehoben, dem Trumps Gegner ausgesetzt war.
Quellen: HuffPost, Website des Weißen Hauses