Startseite Wissenschaft Schweineorgane und Gentherapie: Russlands Vorstoß für ein längeres Leben

Schweineorgane und Gentherapie: Russlands Vorstoß für ein längeres Leben

Gene therapy concept. Medical technology. Medtech. Vladimir Putin
Shutterstock + IMAGO / ITAR-TASS

Ein mitgehörtes Gespräch zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping hat erneut die Aufmerksamkeit auf Russlands Investitionen in die Forschung zur Verlängerung eines gesunden menschlichen Lebens gelenkt. Das Gespräch verband Putins öffentliches Interesse an Langlebigkeit mit einem staatlich geförderten Programm, das experimentelle Behandlungen, Organtransplantationen und regenerative Medizin erforscht.

Das Gespräch fand während eines hochrangigen Treffens von Staats- und Regierungschefs anlässlich einer bedeutenden militärischen Gedenkveranstaltung in der chinesischen Hauptstadt statt.

Putin und Xi gingen während einer Militärparade in Peking im September 2025 gemeinsam mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, als Teile ihres Gesprächs in einer Liveübertragung zu hören waren.

Kim schien zuzuhören, war jedoch nicht zu hören. Auch Putins eigene Worte waren nicht verständlich, da ein Dolmetscher seine Äußerungen auf Chinesisch wiedergab.

Der Dolmetscher erklärte, Fortschritte in der Biotechnologie und wiederholte Organtransplantationen könnten es Menschen ermöglichen, länger jung zu bleiben und „vielleicht sogar Unsterblichkeit zu erreichen“.

Später sprach eine Stimme von Prognosen, wonach Menschen eines Tages 150 Jahre alt werden könnten. Associated Press berichtete, es sei unklar gewesen, wer die vollständige Bemerkung zu Ende geführt habe.

Putin bestätigte später, dass über Langlebigkeit gesprochen worden sei, was das Interesse an Russlands umfassenderen wissenschaftlichen Ambitionen weiter verstärkte.

Russland fördert die Forschung

The Wall Street Journal beschrieb die Initiative als ein nationales Programm im Umfang von rund 26 Milliarden US-Dollar, das Bioprinting, Gentherapie und Xenotransplantation umfasst.

Beim Bioprinting werden lebende Zellen verwendet, um biologische Gewebe und Strukturen herzustellen. Russische Forscher erklärten, sie hätten menschlichen Knorpel sowie die Schilddrüse einer Maus gedruckt. The Wall Street Journal wies jedoch darauf hin, dass nur wenige Ergebnisse des Programms in führenden internationalen, begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht worden seien.

Forscher untersuchen außerdem Organe oder Gewebe, die in genetisch veränderten Minischweinen herangezüchtet werden. Xenotransplantationen könnten langfristig dazu beitragen, den Mangel an Spenderorganen zu verringern. Abstoßungsreaktionen, Infektionsrisiken und die langfristige Sicherheit stellen jedoch weiterhin erhebliche Herausforderungen dar.

The Moscow Times berichtete, dass russische Behörden im April 2026 ein experimentelles gentherapeutisches Medikament angekündigt hätten. Die Behandlung soll einen Rezeptor blockieren, der mit altersbedingten Veränderungen in Zellen in Verbindung gebracht wird. Es gibt jedoch bislang keinen Nachweis dafür, dass sie den Alterungsprozess beim Menschen verlangsamt.

Persönliche Behauptungen werden infrage gestellt

Der Daily Express brachte Putin zudem mit Behandlungen auf Basis von Hirschblut sowie mit genetisch veränderten Erdbeeren in Verbindung, die erhöhte Mengen an Quercetin enthalten sollen.

Diese Behauptungen gehören einer anderen Kategorie an als die dokumentierte staatliche Forschung. Es gibt keine öffentlich zugänglichen klinischen Belege dafür, dass eine dieser Methoden Putins Leben verlängern, seinen Testosteronspiegel erhöhen oder die ihnen zugeschriebenen weiteren Wirkungen erzielen könnte.

Russlands Programm zur Langlebigkeitsforschung ist real. Behauptungen, dies belege, dass Putin persönliche Unsterblichkeit anstrebe, bleiben jedoch spekulativ.

Quellen: Associated Press, The Wall Street Journal, The Moscow Times, Daily Express.