Startseite Krieg Putin behauptet Rückeroberung der Krim-Straße – doch eigene Blogger widersprechen

Putin behauptet Rückeroberung der Krim-Straße – doch eigene Blogger widersprechen

Vladimir Putin (1)
miss.cabul / Shutterstock.com

Nicht jeder in Moskau glaubt die offizielle Darstellung.

Wenn Versorgungslinien zusammenbrechen, kann das Leben vor Ort schnell außer Kontrolle geraten.

Der Transport von Lebensmitteln, Treibstoff und Militärausrüstung durch weite umkämpfte Gebiete ist ein Hochrisikospiel, bei dem jeder Kilometer ein potenzielles Ziel darstellt.

Ein kritischer Straßenabschnitt ist nun zum Brennpunkt heftiger Behauptungen und bitterer Zweifel geworden.

Die Rückeroberung der Straße

Jewgen Balizki, der vom Kreml eingesetzte Beamte in Saporischschja, teilte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit, dass die Moskauer Streitkräfte die vollständige Kontrolle über eine wichtige Landbrücke wiederhergestellt hätten. Bei der betreffenden Route handelt es sich um die Autobahn R-280, eine wesentliche Transitader, die Rostow am Don mit der besetzten Krim verbindet.

Laut UA NEWS habe Balizki während des im Fernsehen übertragenen Treffens versichert, dass die ukrainischen Drohnenangriffe entlang der Autobahn erheblich zurückgegangen seien.

Er behauptete, Militäreinheiten setzten verbesserte Luftabwehrsysteme zusammen mit neuen Schutztaktiken ein, um fahrende Konvois zu sichern.

Ukrainische Angriffe hatten die Straße bereits im Frühsommer effektiv blockiert. Doch Balizki habe dem russischen Führer gegenüber darauf bestanden, dass Transportlastwagen nun wieder sicher passieren könnten.

Zweifel von Militärbloggern

Nicht jeder in Moskau glaubt die offizielle Darstellung. Der populäre russische Kriegs-Kanal Two Majors spottete mit scharfem Sarkasmus über den beruhigenden Bericht des Gouverneurs.

Kommentatoren des Kanals schlugen vor, Balizki solle seine Behauptungen selbst beweisen. Sie forderten den Beamten auf, persönlich einen Konvoi von Tanklastwagen die Autobahn entlangzuführen, um zu demonstrieren, dass die Route tatsächlich sicher sei.

Diese Skepsis spiegelt die Realität vor Ort wider.

Militärberichte deuten darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte allein in der ersten Juliwoche 240 Transportlastwagen entlang der Landbrücke getroffen haben, was durchschnittlich etwa 34 Treffer pro Tag entspricht.

Dies markiert einen starken Anstieg gegenüber Juni, als ukrainische Einheiten täglich etwa 20 Fahrzeuge ins Visier nahmen. Im Laufe dieses Monats wurden bei Angriffen etwa 600 Lastwagen, darunter 80 Tanklastwagen, beschädigt oder zerstört.

Notlage auf der Halbinsel

Der ständige Druck auf die Transportnetze hat weitreichende Probleme auf der gesamten Krim-Halbinsel ausgelöst. Anwohner berichten von häufigen Stromausfällen, stark steigenden Preisen und schweren Treibstoffengpässen, die die Tankstellen leer stehen lassen.

Die Behörden haben auf der Halbinsel den Ausnahmezustand ausgerufen, was das Russische Rote Kreuz dazu veranlasste, zusätzliche humanitäre Notvorräte aufzubauen.

Unterdessen haben Beamte neue Beschränkungen für Mobilfunkdienste und Internetdienste angekündigt, um die Krise zu bewältigen.

Während Kreml-Beamte in Moskau ein zuversichtliches Bild zeichnen, bleibt die Realität für die Menschen vor Ort zutiefst ungewiss. Der Kampf um die Versorgungslinien fordert weiterhin einen hohen Tribut im täglichen Leben.

Quellen: UA NEWS