Nach Twitter-Eklat: Universitätsleitung gewährt Bedenkzeit für Rücktritt

Olivia Rosenberg

1 Woche vor

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06/06/2024
Deutschland
Foto: Cineberg / Shutterstock.com
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Studierende solidarisieren sich mit TU-Präsidentin.

Die Technische Universität (TU) Berlin hat zunächst von einer Abwahl ihrer Präsidentin Geraldine Rauch abgesehen. 

Wie der Tagesspiegel berichtet, konnte sich der Akademische Senat nicht auf einen entsprechenden Abwahlantrag einigen. 

Stattdessen wurde ein Meinungsbild erhoben, ob die Präsidentin zurücktreten solle, nachdem sie auf der Plattform X (ehemals Twitter) antisemitische Inhalte geliked hatte. 

Das Ergebnis wurde Rauch unter Ausschluss der Öffentlichkeit mitgeteilt. Sie hat nun 24 Stunden Zeit, um auf die Empfehlung des Gremiums zu reagieren.

Der Hintergrund der Debatte sind Likes von Rauch für antisemitische Inhalte, die massive Kritik ausgelöst haben. Rauch entschuldigte sich öffentlich und beantragte ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft. 

In ihrer Erklärung zeigte sie tiefe Reue und kündigte einen Fünf-Punkte-Plan an, um die Arbeit gegen Antisemitismus zu stärken. Dies umfasst unter anderem die Aufarbeitung des Geschehenen und mehr Lehrinhalte zu Antisemitismus für Studierende und Lehrende.

Vor der Sitzung des Akademischen Senats hatten sich rund 100 Demonstrierende vor der TU versammelt, um ihre Solidarität mit Geraldine Rauch zu zeigen. 

Die Rücktrittsforderungen wurden als Teil einer Kampagne gegen progressive Frauen bezeichnet. Trotz der Unterstützung von Studierenden wird der Druck aus der Politik größer. 

CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein forderte explizit den Rücktritt von Rauch, um weiteren Schaden für den Ruf der Universität und das Sicherheitsgefühl der jüdischen Gemeinschaft zu verhindern.