Unwort des Jahres in offizieller Jobanzeige: Rostock sucht „Remigration“-Sachbearbeiter

Geschrieben von Olivia Rosenberg

16 Wochen vor

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02/02/2024
Foto: Shutterstock
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Rostocks „Remigration“-Debatte spaltet.

Die Stadt Rostock hat eine Stellenausschreibung veröffentlicht, die für Aufsehen sorgt: Gesucht wird ein Sachbearbeiter für „Remigration“.

Der Begriff, der zum Unwort des Jahres ernannt wurde, findet vor allem bei rechten bis rechtsextremen Gruppen Anwendung, die damit Zwangsausweisungen und Massendeportationen von Menschen mit Migrationshintergrund fordern. 

Diese Sprachwahl zielt darauf ab, harte Maßnahmen gegen Migranten zu legitimieren.

Im Rostocker Migrationsamt bezeichnet ein ganzes Sachgebiet „Remigration“ und beschäftigt sich mit Aufgaben rund um freiwillige Ausreisen, Duldungen und Rückführungen. 

Die Nutzung des Begriffs "Remigration" hat zu einer intensiven Diskussion geführt, in deren Zuge Seyhmus Atay-Lichtermann, der Vorsitzende des Rostocker Migrantenrats, eine Umbenennung des entsprechenden Sachgebiets fordert. 

Er kritisiert den Begriff als veraltet und inakzeptabel.

Die Stadt Rostock verteidigt die Verwendung des Begriffs, der seit 2017/2018 genutzt wird und aus der Migrationsforschung stammt, als übergreifenden Begriff. 

Die AfD lobt Rostock für die Verwendung des Begriffs "Remigration", doch Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger weist dieses Lob zurück und distanziert sich klar von den Absichten, die die AfD mit dem Gebrauch dieses Wortes verfolgt, wie der Tagesspiegel berichtet.