Verkehrsminister schlägt Alarm: Deutschlandticket in Gefahr

Geschrieben von Olivia Rosenberg

21 Wochen vor

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22/12/2023
Foto: Wikimedia Commons
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Drohende Kürzungen sorgen für Unruhe.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) äußert große Bedenken hinsichtlich der Zukunft des Deutschlandtickets. In einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" drückte er seine Sorge aus, dass das Projekt scheitern könnte.

"Wir haben viel zu wenig Mittel und nehmen uns viel vor", so Hermann. Er betonte, dass die Länder sich nur auf das Experiment Deutschlandticket eingelassen hätten, weil der Bund zugesagt hatte, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Laut einem Bericht von Welt kritisierte Hermann das Bundesfinanzministerium für die geplante Kürzung der Bundesgelder für den Regionalverkehr um 350 Millionen Euro. 

Diese Kürzung könnte direkte Auswirkungen auf die Finanzierung des Deutschlandtickets haben.

"Die 350 Millionen sind wahrscheinlich genau die Summe, die von den Bundesmitteln im Jahr 2023 übrig bleibt und ins nächste Jahr übertragen werden soll. Jetzt will das Finanzministerium diese vermutlich wegkürzen. Das wäre dreist und zugleich eine große Gefahr für das Deutschlandticket", erklärte Hermann.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstrich die Bedeutung des Deutschlandtickets für den Klimaschutz und die Verkehrswende. 

VDV-Präsident Ingo Wortmann wies darauf hin, dass seit dem Start im Mai 2023 zehn Millionen Kundinnen und Kunden das Ticket genutzt hätten, darunter eine Million Neukunden. 

"Wir müssen noch mehr Kunden dazu bewegen, von dem Auto auf den Nahverkehr umzusteigen. Dafür brauchen wir eine sichere und dauerhafte Finanzierungsperspektive für das Deutschlandticket", so Wortmann.

Die Zukunft des Deutschlandtickets, das bisher zu einem Preis von 49 Euro angeboten wird, ist ungewiss. Es steht noch nicht fest, wer mögliche Mehrkosten für das Ticket im Jahr 2024 tragen wird.