Startseite Essen Der Teesnack, den Königin Elizabeth über Jahrzehnte hinweg aß

Der Teesnack, den Königin Elizabeth über Jahrzehnte hinweg aß

Tea time Queen Elisabeth
Jonathan Mills / Shutterstock.com

Ehemalige Mitarbeiter der königlichen Küche haben einen privaten Speiseplan beschrieben, der deutlich einfacher gewesen sein soll, als das Leben im Palast vermuten lässt. Ein kleiner Nachmittagssnack ist dabei zum deutlichsten Beispiel geworden.

Königin Elizabeth II. soll bereits als junges Mädchen sogenannte „Jam Pennies“ serviert bekommen haben und sie ihr Leben lang zum Nachmittagstee gegessen haben.

Der ehemalige königliche Koch Darren McGrady beschreibt sie laut Daily Express als kleine runde Sandwiches aus Brot, Butter und meist Erdbeermarmelade. Auf Balmoral, dem schottischen Landsitz der Königsfamilie, sei die Marmelade laut McGrady aus Erdbeeren hergestellt worden, die in den Gärten des Anwesens angebaut wurden.

Die Sandwiches wurden in Kreise geschnitten. Die britische Zeitung schreibt, dass spitze Formen wegen eines Aberglaubens über Unglück für die Monarchie vermieden wurden.

Der Name stammt von ihrer Größe. Die runden Sandwiches sollen einer alten englischen Pennymünze geähnelt haben.

Ihre Mahlzeiten waren schlicht

Königin Elizabeth nahm während ihrer gesamten Regentschaft an Staatsbanketten und offiziellen Empfängen teil.

Abseits öffentlicher Veranstaltungen beschrieben ehemalige Mitarbeiter ihre Essgewohnheiten jedoch oft als zurückhaltend und vertraut.

2019 veröffentlichte Woman’s Day einen Selbstversuch der Journalistin Elissa Sanci, die eine Woche lang die mutmaßliche Ernährung der Königin befolgte.

Der Speiseplan bestand aus einfachem Tee, Müsli mit Obst, gegrilltem Hähnchen, Fisch, Gemüse, Gurkensandwiches und Jam Pennies.

Die Autorin hatte Schwierigkeiten mit dem Verzicht auf Pasta, Soßen, Knoblauch und gesüßte Getränke.

Ein Sandwich fehlte

Sanci bereitete Gurkensandwiches zu, entfernte die Ränder und vermied rechteckige Schnitte – ganz entsprechend den angeblichen Gewohnheiten im Palast.

Sie mochte sie nicht. Später machte sie Jam Pennies mit Butter und Himbeermarmelade und fand sie deutlich besser.

McGrady sagte 2015 der Zeitung The Telegraph, die Königin sei „kein Feinschmecker“ gewesen und sie „esse, um zu leben“, statt zu leben, um zu essen.

Der ehemalige königliche Koch Owen Hodgson sagte außerdem, sie habe Thunfischsandwiches mit Mayonnaise, Gurke und Paprika gemocht.

Dieses Thunfisch-Mayonnaise-Sandwich wurde in Sancis Selbstversuch allerdings nicht erwähnt.

Die Woche war schwierig

Die Reporterin sagte, die Mahlzeiten seien schnell eintönig geworden. Besonders der einfache Tee sei ihr schwergefallen, und die Teller mit magerem Fleisch und Gemüse hätten sie stärkere Aromen, Soßen und stärkehaltigere Speisen vermissen lassen.

Am Ende des Selbstversuchs fühlte sich der Speiseplan weniger wie eine königliche Eigenheit und mehr wie ein strenger Ernährungsplan an.

Sanci schrieb außerdem, dass dies Erinnerungen an frühere restriktive Gewohnheiten zurückgebracht habe, einschließlich des Drucks, Essensentscheidungen eher nach Disziplin als nach Genuss zu beurteilen.

Für Königin Elizabeth könnten die beschriebenen Speisen Geborgenheit, Vorhersehbarkeit und Routine bedeutet haben. Für Sanci zeigte die Woche dagegen, dass ein Speiseplan, der dem Geschmack einer Person entspricht, für jemand anderen einschränkend wirken kann.

Quellen: The Daily Express, Woman’s Day, The Telegraph