Sich durch einen anstrengenden Arbeitstag zu schleppen, kann sich wie eine Bergbesteigung anfühlen. Viele Beschäftigte machen schlechten Schlaf für das plötzliche Konzentrationstief vor der Mittagspause verantwortlich. Doch die eigentliche Ursache könnte bereits auf dem Frühstückstisch stehen, bevor sie das Haus verlassen.
Einer Untersuchung von British Lion Eggs zufolge fühlen sich Tausende Beschäftigte nach einem typischen süßen Frühstück, etwa Toast mit Marmelade oder süßem Gebäck, erschöpft. Laut Daily Express geben fast 30 Prozent der Menschen, die zuckerreich frühstücken, an, sich bereits gegen 11 Uhr ausgelaugt zu fühlen.
Die Folgen für die Produktivität am Arbeitsplatz sind deutlich. Rund vier von zehn Personen, die süß frühstücken, berichten von Konzentrationsproblemen bei morgendlichen Besprechungen. Mehr als 20 Prozent geben an, während des Arbeitstages heimlich im Büro, im Auto oder auf der Toilette ein Nickerchen zu machen.
Die britische Ernährungsberaterin Nichola Ludlam-Raine sieht das Problem vor allem im Zuckergehalt des Frühstücks. Gegenüber der Zeitung erklärte sie: „Ein Frühstück, das reich an freien Zuckern oder raffinierten Kohlenhydraten, aber arm an Proteinen und Ballaststoffen ist, kann dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel schneller ansteigt und wieder abfällt.“
Symptome, die mit Angst verwechselt werden können
Wenn der Blutzuckerspiegel rasch sinkt, kann der Körper Stresshormone ausschütten, um gegenzusteuern. Diese Reaktion kann körperliche Symptome wie Herzrasen und Zittern auslösen.
Ludlam-Raine erklärte: „Wenn der Blutzucker schnell fällt oder zu niedrig wird, kann der Körper Hormone wie Adrenalin freisetzen, um ihn wiederherzustellen.“ Solche körperlichen Signale werden häufig mit plötzlich auftretenden Angstgefühlen verwechselt.
Um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, empfehlen Fachleute ein ausgewogeneres Frühstück. Wer morgens proteinreiche Lebensmittel wählt, kann dadurch ein gleichmäßigeres Energieniveau während des Vormittags erreichen.
Der Untersuchung zufolge gaben Menschen, die proteinreich frühstücken, deutlich häufiger an, sich tagsüber glücklich und motiviert zu fühlen. Protein kann die Glukoseaufnahme verlangsamen und dazu beitragen, länger satt zu bleiben.
Einfache Änderungen beim Frühstück
Die Umstellung erfordert keine komplizierten Rezepte. Wer ein süßes Croissant durch ein Gemüseomelett oder griechischen Joghurt ersetzt, kann damit zu einer gleichmäßigeren Energieversorgung beitragen.
Ludlam-Raine empfiehlt daher ein Frühstück mit Proteinen, Ballaststoffen und wenig freiem Zucker. „Ein Frühstück, das Proteine und Ballaststoffe enthält und gleichzeitig relativ wenig freien Zucker aufweist, kann eine stabilere Energieversorgung unterstützen und Ihnen helfen, länger satt zu bleiben“, erklärte sie dem Daily Express.
Auch Eier können Teil eines solchen Frühstücks sein. Sie enthalten Cholin, das Ludlam-Raine als „einen Nährstoff, der an der normalen Funktion des Gehirns und des Nervensystems beteiligt ist“ bezeichnete.
„Wenn Sie regelmäßig gegen 11 Uhr ein Energietief erleben, könnte es sich lohnen, Ihr Frühstück zu überdenken“, riet sie. Schon eine kleine Veränderung beim Frühstück könnte den Arbeitsalltag spürbar verbessern.