Äpfel sind seit Langem von Gesundheitsmythen umgeben und gelten als einfache Möglichkeit, gesund zu bleiben. Von Brotdosen bis zu Sprichwörtern hat die Frucht einen Ruf erlangt, der weit größer ist als ihre tatsächliche Größe.
Gerade lesen andere
Doch wie viel von diesem Glauben ist wissenschaftlich belegt, und sind Äpfel im Vergleich zu anderen Früchten wirklich etwas Besonderes?
Ein beliebtes Sprichwort
Nach Angaben der BBC geht der bekannte Satz „An apple a day keeps the doctor away“ auf ein walisisches Sprichwort aus dem Jahr 1866 zurück.
Äpfel zählen heute zu den weltweit meistverzehrten Früchten. Jährlich werden global fast 100 Millionen Tonnen produziert.
Ihre Beliebtheit hat dazu beigetragen, die Vorstellung zu festigen, dass sie eine überproportional große Rolle für die Gesundheit spielen.
Was steckt drin
Äpfel enthalten eine Mischung aus Ballaststoffen und pflanzlichen Verbindungen, sogenannten Phytochemikalien. Dazu gehören Flavanole und Polyphenole, die mit einer besseren Herzgesundheit und Gewichtskontrolle in Verbindung gebracht werden.
Lesen Sie auch
Ein wichtiger Ballaststoff ist Pektin, das den LDL-Cholesterinspiegel senken und die Aufnahme von Zucker und Fett verlangsamen kann.
Außerdem enthalten Äpfel Phloridzin, eine Verbindung, die mit einer verbesserten Blutzuckerregulation in Zusammenhang steht.
Von der BBC zitierte Studien legen nahe, dass der Verzehr von Äpfeln mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und niedrigeren Cholesterinwerten verbunden ist, insbesondere bei regelmäßigem Konsum.
Nicht einzigartig
Ernährungsexperten warnen jedoch davor, die Besonderheit von Äpfeln zu überbetonen. „Äpfel enthalten nicht viel Vitamin C und kein Eisen oder Kalzium, aber sie haben viele andere Inhaltsstoffe, die die Gesundheit fördern und Wunder für den Körper bewirken“, sagte Janet Colson von der Middle Tennessee State University.
Flavia Guzzo von der Universität Verona wies darauf hin, dass viele der gesundheitsfördernden Verbindungen in Äpfeln auch in anderen Obst- und Gemüsesorten vorkommen.
Lesen Sie auch
Einige Forscher betonen, dass Äpfel auch deshalb hervorstechen, weil sie günstig, weit verbreitet und leicht zu lagern sind – was ihren regelmäßigen Verzehr für viele Menschen realistisch macht.
Überprüfung der Behauptung
Eine Studie aus dem Jahr 2015 untersuchte, ob Menschen, die täglich Äpfel essen, tatsächlich seltener zum Arzt gehen.
„Das zentrale Ergebnis – dass es keinen starken Zusammenhang zwischen dem täglichen Apfelverzehr und der Wahrscheinlichkeit eines Arztbesuchs gibt – liegt an der Komplexität des Themas“, sagte der Hauptautor Matthew Davis.
Allerdings griffen Apfelesser seltener auf verschreibungspflichtige Medikamente zurück. Davis schlug daher eine abgewandelte Version des Sprichworts vor: „Ein Apfel am Tag hält den Apotheker fern.“
Das größere Bild
Experten sind sich einig, dass Äpfel die Gesundheit unterstützen können, insbesondere wenn sie mit Schale gegessen werden, da sich dort viele Polyphenole befinden. Sie betonen jedoch, dass kein einzelnes Lebensmittel ein Allheilmittel ist.
Lesen Sie auch
Regelmäßiger Apfelverzehr kann hilfreich sein, doch die größten Vorteile ergeben sich aus einer Ernährung, die reich an einer Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel ist.
Quellen: BBC