Startseite Gesundheit Studie: Sommer könnte Mücken an nachlassendes Insektenschutzmittel gewöhnen

Studie: Sommer könnte Mücken an nachlassendes Insektenschutzmittel gewöhnen

mosquito on human skin
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Warmes Wetter bedeutet oft mehr Zeit im Freien, mehr Mückenstiche und mehr Flaschen mit Insektenschutzmittel. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein verbreiteter Wirkstoff nicht immer dieselbe Botschaft an Mücken sendet.

Der Sommer ist da – und mit ihm Abendessen im Garten, Spaziergänge in der Dämmerung und das vertraute hohe Summen von Mücken.

Für viele Menschen ist die Lösung einfach: Insektenschutzmittel auftragen und weitermachen.

Produkte mit DEET, einem weit verbreiteten Wirkstoff in Mückensprays, gelten seit Langem als eine der zuverlässigsten Schutzmaßnahmen.

Neue Forschungsergebnisse, die im Journal of Experimental Biology veröffentlicht wurden, legen jedoch nahe, dass Mücken anpassungsfähiger sein könnten, als viele Menschen glauben.

Unter bestimmten Laborbedingungen konnten einige lernen, dass der Geruch von DEET mit Nahrung verbunden ist.

Schutz im Sommer bleibt wichtig

Die Studie bedeutet nicht, dass Menschen auf DEET verzichten sollten. Experten, die von The Guardian und People zitiert wurden, betonen, dass DEET-haltige Insektenschutzmittel weiterhin wichtig sind, insbesondere in Regionen, in denen Mücken schwere Krankheiten übertragen.

DEET ist keine Marke für Insektenschutzmittel. Es handelt sich um den aktiven chemischen Wirkstoff in vielen Repellentien und trägt die formale Bezeichnung N,N-Diethyl-meta-toluamid.

The Guardian berichtet, dass die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency Produkte mit 50 Prozent DEET als erste Wahl zum Schutz vor Mückenstichen empfiehlt.

An dieser Empfehlung hat sich nichts geändert. Die neue Warnung ist spezifischer: Ein Insektenschutzmittel, dessen Wirkung nachgelassen hat, kann für Mücken weiterhin wahrnehmbar riechen, auch wenn es nicht mehr stark genug ist, einen Stich zu verhindern.

Mücken lernten den Geruch

Die Forschung konzentrierte sich auf Aedes aegypti, eine Mückenart, die Krankheiten wie Denguefieber, Gelbfieber, Chikungunya und das Zika-Virus übertragen kann.

Zunächst beobachteten die Forscher, wie die Mücken auf warmes Blut reagierten, das in ihrer Nähe platziert wurde.

Anschließend setzten sie die Insekten DEET aus, während diese gleichzeitig Nahrung aufnehmen konnten. Diese Verknüpfung wurde mehrfach wiederholt.

Danach versuchten laut der Studienzusammenfassung etwa 60 Prozent der Mücken, die während der Nahrungsaufnahme mit DEET in Kontakt gekommen waren, zu stechen, wenn sie lediglich den Geruch von DEET wahrnahmen.

Mücken, die dieses Training nicht durchlaufen hatten, zeigten deutlich seltener eine solche Reaktion.

Ein zweites Experiment ergab ein ähnliches Muster. The Guardian berichtet, dass die trainierten Mücken häufiger eine mit DEET behandelte Hand anflogen, während die untrainierten Mücken die unbehandelte Hand bevorzugten.

Nachlassender Schutz könnte die Insekten verwirren

Claudio Lazzari von der Université de Tours sagte gegenüber The Guardian:

„Lange Zeit ging man davon aus, dass Repellentien ausschließlich aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften wirken – entweder weil sie für Mücken giftig oder unangenehm sind und diese dadurch vertreiben, oder weil sie deren Fähigkeit blockieren, Menschen wahrzunehmen. Unsere Ergebnisse legen jedoch nahe, dass diese Reaktion durch Erfahrung verändert werden kann.“

In einer Mitteilung der Virginia Tech wird Lazzari mit Blick auf mögliche praktische Auswirkungen zitiert:

„Wenn eine Mücke jemanden sticht, der einige Stunden zuvor DEET auf die Haut aufgetragen hat, und die Konzentration des Mittels zu gering ist, um die Mücke abzuschrecken, aber noch hoch genug, damit sie den Geruch wahrnehmen kann, könnte die Mücke eher dazu neigen, Menschen zu stechen, die nach DEET riechen.“

Das beschreibt keine korrekte, frisch aufgetragene Anwendung. Gemeint ist vielmehr die Phase, in der die Schutzwirkung bereits nachgelassen hat, der Geruch aber noch vorhanden ist.

Vor den Mückenstichen in der Abenddämmerung erneut auftragen

Die Bedingungen im Freien sind deutlich weniger kontrolliert als im Labor. Schweiß, Hitze, Regen, Kleidung, Hautchemie und unterschiedliche Insektenschutzmittel können beeinflussen, womit Mücken in Kontakt kommen.

Deshalb sagen die Forscher nicht, dass DEET bei normaler Anwendung Mücken anzieht. Die Ergebnisse zeigen vielmehr, was Mücken lernen können, wenn Nahrung und Geruch wiederholt gemeinsam auftreten.

Nina Stanczyk von der ETH Zürich sagte gegenüber The Guardian:

„Es ist bereits bekannt, dass Mücken über bemerkenswerte Lernfähigkeiten verfügen. Dass sie jedoch einen so starken abschreckenden Geruch mit ihrer Nahrung verknüpfen und später sogar davon angezogen werden können, ist bemerkenswert und etwas, dessen wir uns künftig bewusst sein sollten.“

Für den Sommer ist die praktische Botschaft einfach: Verwenden Sie DEET-haltige Insektenschutzmittel dort, wo Schutz vor Mücken erforderlich ist, und tragen Sie sie gemäß den Angaben auf dem Etikett erneut auf, bevor die Schutzwirkung nachlässt.

Quellen: The Guardian, People, Journal of Experimental Biology, Virginia Tech