Eine neue Regierungsstrategie soll die gesundheitlichen Herausforderungen angehen, die dazu beitragen, dass Männer weiterhin früher sterben als Frauen.
Die britische Regierung wird im April eine Konsultation zu einer neuen Strategie für die Männergesundheit in England starten.
Die Initiative ist eine Reaktion auf erhebliche Unterschiede bei Gesundheitszustand und Lebenserwartung von Männern und Frauen.
Laut BBC haben Männer eine geringere Lebenserwartung als Frauen und ein höheres Risiko, vorzeitig an Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Lebererkrankungen zu sterben.
Forscher betonen, dass die Ursachen komplex sind und weit über Ernährung, Bewegung und andere Lebensstilfaktoren hinausgehen.
Gesundheitschecks werden oft nicht wahrgenommen
Viele Männer nutzen die bereits vorhandenen Gesundheitsangebote nicht. Nur ein kleiner Teil derjenigen, die zu regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen eingeladen werden, nimmt diese auch wahr.
Laut Mark Brooks von der parteiübergreifenden britischen Arbeitsgruppe für die Belange von Männern und Jungen kann es für Beschäftigte in Branchen wie dem Baugewerbe oder der Industrie schwierig sein, Zeit für Arzttermine oder medizinische Untersuchungen zu finden.
Er ist daher der Ansicht, dass Gesundheitsangebote stärker direkt am Arbeitsplatz verfügbar sein sollten. Gleichzeitig sollten Beschäftigte mehr Möglichkeiten erhalten, sich für Gesundheitschecks freistellen zu lassen, berichtet die BBC.
Fokus auf psychisches Wohlbefinden
Die Suizidstatistik zeigt weiterhin einen deutlichen Männerüberschuss unter den registrierten Todesfällen, berichtet die BBC.
Professor Alan White, der an der Gründung des Men’s Health Forum beteiligt war, ist ebenfalls der Ansicht, dass Männer häufig anders auf psychische Probleme reagieren als Frauen.
Bei vielen Männern äußern sich psychische Belastungen eher in Verhaltensänderungen als in direkten Gesprächen über ihre Gefühle.
Experten hoffen, dass die kommende Strategie das Bewusstsein für die Gesundheit von Männern stärken und mehr Männer dazu ermutigen wird, früher Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Gleichzeitig werden lokale Initiativen gefordert, die es Männern erleichtern, sowohl über ihre körperliche als auch über ihre psychische Gesundheit zu sprechen.
Vier Jahre Unterschied bei der Lebenserwartung
Zahlen des Office for National Statistics zeigen, dass Männer in England im Durchschnitt rund vier Jahre kürzer leben als Frauen.
Zwischen 2022 und 2024 lag die Lebenserwartung bei der Geburt für Männer bei 79,4 Jahren, verglichen mit 83,3 Jahren für Frauen.
Männer sind zudem überproportional häufig von einer Reihe schwerwiegender Erkrankungen betroffen und weisen in mehreren Altersgruppen höhere Sterblichkeitsraten auf als Frauen.
Obwohl sich der Abstand zwischen den Geschlechtern in den vergangenen Jahrzehnten verringert hat, stellt er weiterhin eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar.
Quellen: BBC, Office for National Statistics