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Zwischen Hoffnung und Sorge: Venezolaner im Ausland nach Maduros Sturz

Zwischen Hoffnung und Sorge: Venezolaner im Ausland nach Maduros Sturz
Giongi / Shutterstock.com

Der Sturz von Nicolás Maduro hat weltweit Reaktionen ausgelöst, die weit über spontane Freude hinausgehen. Für viele Venezolaner im Ausland ist das Ereignis ein Einschnitt, der Hoffnungen weckt, aber auch alte Ängste verstärkt. Die Venezolaner im Ausland blicken nun auf ein Land, dessen Zukunft offen ist.

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In vielen Aufnahmeländern war die erste Reaktion Erleichterung. Die Berliner Morgenpost berichtet von ausgelassenen Feiern in Städten wie Santiago de Chile, Miami oder Madrid.

Venezolaner versammelten sich mit Fahnen und Slogans, um das Ende der langjährigen Herrschaft Maduros zu feiern. Für viele symbolisierte der Moment die Möglichkeit einer Rückkehr und eines Neuanfangs.

Zugleich zeigt der Bericht, wie stark diese Hoffnung mit den Lebensbedingungen im Exil verknüpft ist. In Ländern wie Chile oder Kolumbien leben viele Venezolaner unter unsicheren rechtlichen Bedingungen und sehen im Machtwechsel eine Chance, diese Zwischenexistenz zu beenden.

Vorsicht statt Euphorie

Andere Stimmen mahnen jedoch zur Zurückhaltung. SRF berichtet, dass gerade länger im Ausland lebende Venezolaner den Umbruch nüchterner bewerten.

Ana Gil Garcia, eine prominente Vertreterin der Community in den USA, sprach im Interview mit SRF von gemischten Gefühlen. Zwar sei die Festnahme Maduros lange erwartet worden, doch das Ausbleiben klarer politischer Veränderungen habe schnell Ernüchterung ausgelöst.

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Nach Einschätzung von Garcia, ist dieses Abwarten Ausdruck historischer Erfahrung. Viele Exil-Venezolaner kennen frühere Wendepunkte, denen keine nachhaltigen Reformen folgten. Entsprechend vorsichtig wird jede neue Entwicklung eingeordnet.

Unsicherheit vor Ort

Ein zentrales Thema bleibt die Lage in Venezuela selbst. Garcia schilderte gegenüber SRF anhaltende Angst in den Städten, ausgelöst durch bewaffnete, regimenahe Gruppen. Viele Menschen wagten demnach nicht, ihre Häuser zu verlassen.

Diese Unsicherheit prägt auch die Perspektive in Deutschland. ZDFheute berichtet aus Sachsen, wo die größte venezolanische Community des Landes lebt. Dort wird der Machtwechsel zwar als Hoffnungssignal verstanden, zugleich aber als fragiler Moment, dessen Ausgang offen ist.

Entscheidungen vertagt

SRF berichtet, dass viele Exil-Venezolaner derzeit abwarten und keine konkreten Rückkehrpläne äußern. ZDFheute zeigt zudem, dass auch in Deutschland die Entscheidung über eine Rückkehr für viele noch offen ist.

Der Machtwechsel hat damit weniger Gewissheit geschaffen als einen Zwischenzustand. Für die Venezolaner im Ausland ist er ein historischer Moment, der nicht nur Freude, sondern auch strategisches Abwarten auslöst.

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Quellen: Berliner Morgenpost, SRF, ZDFheute