Militärführer bestreiten die Anschuldigungen vehement und argumentieren, der Hafen sei tatsächlich sicher gewesen.
Wenn Soldaten in ein feindliches Umfeld entsandt werden, verlassen sie sich voll und ganz auf ihre Führung, um sie aus unnötiger Gefahr herauszuhalten.
Vertrauen bildet die absolute Grundlage jeder modernen Militäroperation.
Ein neuer Bericht deutet jedoch darauf hin, dass dieses entscheidende Vertrauen in einer wichtigen Einrichtung im Nahen Osten völlig zusammengebrochen ist.
Tödlicher Hafenangriff
US-Truppen, die einen tödlichen iranischen Angriff in Kuwait überlebten, werfen ihren Kommandeuren nun grobe Fahrlässigkeit vor. Die Washington Post berichtete am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Militärvertreter über die brisanten Behauptungen.
Die schwerwiegenden Anschuldigungen konzentrieren sich auf eine Militäreinrichtung im Hafen von Shuwaikh. Ein verheerender Angriff traf die Basis am 1. März und forderte sechs Todesopfer unter amerikanischen Soldaten.
Laut der Zeitung sollen hochrangige Offiziere im Vorfeld der Tragödie eindeutige Geheimdienstwarnungen ignoriert haben. Diese spezifischen Geheimdienstinformationen stuften den belebten Hafen als vorrangiges Ziel für bevorstehende iranische Angriffe ein.
Eigene Schutzmauern errichtet
Obwohl die Kommandeure die hohen Risiken kannten, entschieden sie sich, reguläre Truppen an dem äußerst anfälligen Standort zu stationieren. Der Einrichtung fehlte es völlig an angemessenem Schutz, weshalb einige besorgte Soldaten die Dinge selbst in die Hand nahmen.
Sie begannen nach Dienstschluss, die offensichtlichen Sicherheitslücken selbst zu beheben. Das Eigeninitiative-Projekt scheiterte letztlich, da den Truppen schlicht die notwendigen Ressourcen fehlten, um die Arbeit abzuschließen.
Die Überlebenden teilten der Washington Post ein noch beunruhigenderes Detail mit. Sie behaupteten, dass hochrangige Offiziere die Truppen routinemäßig dazu gedrängt haben sollen, ihre Schutzbunker zu verlassen, selbst wenn die Bedrohung offensichtlich war.
Kommandeure sollen die Truppen angewiesen haben, die Arbeit wieder aufzunehmen, während die Luftschutzsirenen auf der Basis noch aktiv ertönten.
Widersprüchliche Sicherheitsaussagen
Eine interne militärische Untersuchung ist derzeit im Gange, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist. Eine Quelle teilte der Zeitung mit, dass die Untersuchung wahrscheinlich keine offiziellen Disziplinarmaßnahmen nach sich ziehen werde.
Militärführer bestreiten die Anschuldigungen vehement und argumentieren, der Hafen sei tatsächlich sicher gewesen. Sie behaupten, die Basis habe über ein komplexes, mehrschichtiges Verteidigungssystem verfügt, das feindliche Drohnen und Raketen abwehren sollte.
Hochrangige Beamte in Washington bekräftigen diese robuste Verteidigung weiterhin. Pentagon-Chef Pete Hegseth hatte zuvor erklärt, die Soldaten seien in einem „stark befestigten Kommandoposten“ ums Leben gekommen, der von einer mächtigen Waffe getroffen worden sei.
Diese offizielle Darstellung stößt jedoch bei anderen Medien auf erheblichen Widerstand. CBS News berichtete unter Berufung auf eigene interne Quellen, der Kommandoposten sei tatsächlich nur eine provisorische Struktur mit sehr begrenztem Schutz gewesen.
Quellen: The Washington Post, CBS News, TASS