Eine unerwartete Einschätzung eines hochrangigen britischen Militärs hat eine Debatte über die Zukunft des Kremls ausgelöst.
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In einem Beitrag in der britischen Presse argumentiert er, dass jüngste Ereignisse auf eine tiefere Krise innerhalb Russlands hindeuten.
Die Analyse legt nahe, dass Propagandaversagen, diplomatischer Druck und wirtschaftliche Belastungen zu einem gefährlichen Zeitpunkt für Wladimir Putins Herrschaft zusammenkommen.
Zweifel an einer False-Flag-Aktion
Der britische Oberst Hamish de Bretton-Gordon schrieb im Telegraph, dass Behauptungen über einen ukrainischen Drohnenangriff auf einen von Putins Palästen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfunden seien.
Seinem Bericht zufolge habe die CIA den US-Präsidenten Donald Trump darüber informiert, dass Meldungen über 91 Drohnen, die das Gelände getroffen haben sollen, die typischen Merkmale einer False-Flag-Operation trugen.
Er argumentierte, der Vorfall sei ein unbeholfener Versuch gewesen, Friedensgespräche zu stören, die dem Kreml „zunehmend entgleiten“.
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De Bretton-Gordon wies darauf hin, dass solche Orte von Russlands modernsten Luftabwehrsystemen geschützt würden, während selbst Anwohner keine Drohnen gesehen hätten.
Noch schwerwiegender sei, schrieb er, dass viele Russen der offiziellen Darstellung offenbar keinen Glauben schenken.
Panik in Moskau
Der Oberst brachte die angebliche Inszenierung mit Panik in Verbindung, ausgelöst durch Trumps Behauptung, ein Friedensabkommen mit der Ukraine sei zu „95 Prozent abgeschlossen“, eine Botschaft, die auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederholte.
Die Reaktion des Kremls folge, so de Bretton-Gordon, einem bekannten Muster aus unglaubwürdigen Geschichten und grober Desinformation.
Laut Telegraph argumentierte er, dass Regime häufig ins Wanken geraten, wenn die innenpolitische Propaganda zu bröckeln beginnt.
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Putin sehe seinen verbleibenden Einfluss nun darin, einen Keil zwischen Trump und Selenskyj zu treiben.
Verschiebung der Machtverhältnisse
De Bretton-Gordon schrieb, dass sich die Haltung Washingtons verhärtet habe.
Trump sei, so der Oberst, „deutlich weniger empfänglich für Manipulationen des Kremls“ als noch vor wenigen Wochen, unter anderem durch den Einfluss der sogenannten „Koalition der Willigen“.
Der vorgeschlagene Frieden wäre für Kyjiw zwar schmerzhaft, für Moskau jedoch deutlich schlimmer, argumentierte er.
Er bezeichnete Russlands Feldzug nach Jahren des Krieges und massiven Verlusten als ein „Scheitern im industriellen Maßstab“.
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Langfristige Sicherheitsgarantien der USA und der NATO kämen einer faktischen NATO-Schutzgarantie gleich, ein Szenario, das keine Botschaft aus dem Kreml als Sieg verkaufen könne.
Wirtschaftlicher Druck
Die Analyse verwies zudem auf erhebliche wirtschaftliche Risiken.
De Bretton-Gordon schrieb, dass Trump, nicht Putin, den Zugang zu seltenen Erden im Donbass verhandeln werde, während Reparationen und die mögliche Beschlagnahmung von 200 Milliarden US-Dollar eingefrorener russischer Vermögenswerte drohten.
Da die Ölpreise unter 60 US-Dollar pro Barrel gefallen seien, erodiere die finanzielle Basis von Russlands Kriegsanstrengungen.
Er schloss mit den Worten: „Trump hat Putin jetzt fest an der Gurgel“, und fügte hinzu, dass anhaltender Druck das Jahr 2026 zu einem Wendepunkt machen könnte.