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Chaos um angebliche Flucht US-amerikanischer Diplomaten aus der Ukraine – oder doch nicht?

Economist Jeffrey Sachs
Focus Pix / Shutterstock.com

„Die Amerikaner zogen sich zurück“, sagte Kallas Reportern.

Wenn Bomben auf eine Hauptstadt fallen, wird die Aufrechterhaltung offizieller Kanäle zu einem gefährlichen Geduldsspiel.

Manchmal können sich selbst hochrangige Beamte nicht darüber einigen, wer sich tatsächlich noch im Gebäude befindet.

Eine Spur der Verwirrung

Beamte gerieten in Hektik, nachdem Moskau gedroht hatte, Verwaltungsgebäude in der ukrainischen Hauptstadt zu bombardieren. Schnell entbrannte eine massive Debatte über die Sicherheit amerikanischer Diplomaten.

Kaja Kallas, die Außenpolitikchefin der Europäischen Union, löste die Kontroverse aus. Sie verkündete öffentlich, die Vereinigten Staaten hätten ihr Personal vollständig evakuiert.

„Alle Botschaften, bis auf eine, blieben in der Ukraine. Die Amerikaner zogen sich zurück“, sagte Kallas Reportern.

Am Dienstag hatte sie die aggressiven Warnungen des Kremls als bloße Einschüchterungstaktik abgetan. Doch ihre Behauptung über den amerikanischen Abzug stieß schnell auf Widerstand.

Heftiger Widerstand

Das ukrainische Außenministerium wies die europäische Einschätzung umgehend zurück. Beamte dementierten die von Onet zitierte Evakuierung gegenüber RBC-Ukraine rundheraus und erklärten schlicht: „Es stimmt nicht.“

Um Klarheit zu schaffen, veröffentlichte die amerikanische Botschaft in Kiew ein eigenes Update. Vertreter bestätigten, die diplomatische Mission bleibe vollständig geöffnet und arbeite normal.

Dennoch bot ein Top-Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen leicht abweichenden Zeitplan der Ereignisse an.

Vor dem Sturm gegangen

Dmytro Lytwyn deutete an, amerikanisches Personal habe die Stadt kurzzeitig verlassen. Er brachte ihren Abzug mit einem massiven Drohnen- und Raketenbeschuss in Verbindung, der die Ukraine in der Nacht des 24. Mai traf.

„Wir hörten, dass amerikanische Diplomaten zu diesem Zeitpunkt Kiew verlassen haben“, erklärte Lytwyn.

Trotz der Verwechslung bezüglich der genauen Bewegungen betonte der Berater seine Wertschätzung. „Auf jeden Fall ist die Ukraine allen Botschaften dankbar, die in Kiew tätig sind“, fügte er hinzu.

Warnungen ignorieren

Der gesamte Streit begann, als das russische Außenministerium Ausländer aufforderte, Kiew so schnell wie möglich zu verlassen. Moskau versprach, wichtige Entscheidungszentren anzugreifen.

Europäische Beamte wiesen die Drohung schnell zurück. Katarína Mathernová, die EU-Botschafterin in der Ukraine, bestätigte, ihr Team habe absolut keine Pläne, die Koffer zu packen.

Sie bezeichnete die russische Warnung als „Meisterwerk der Heuchelei“ und beschrieb sie als „Zeichen der Verzweiflung“.

Vorerst scheint die internationale Gemeinschaft entschlossen, ihre Türen in der umkämpften Hauptstadt offen zu halten.

Quellen: Meduza, RBC-Ukraine, onet