Startseite Krieg Söldner, der für Putin kämpft, wegen Folterung von Zivilisten im...

Söldner, der für Putin kämpft, wegen Folterung von Zivilisten im Wald gejagt

ukrainian man tells russian soldier no
X/@kozako01

Wenn sich der Staub auf einem Schlachtfeld legt, beginnt die stille Suche nach Antworten.

Es kann Jahre dauern, bis man zusammensetzt, was in den dunkelsten Winkeln eines Konflikts geschah.

Manchmal führt die Spur direkt zu einem erfahrenen Kämpfer mit einer sehr langen Geschichte der Gewalt.

Einem Söldner auf der Spur

Die ukrainischen Behörden jagen einen erfahrenen Soldaten. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat kürzlich eine offizielle Mitteilung wegen Kriegsverbrechen gegen einen Mann namens Davor Savičić erlassen.

Ermittler geben an, der 46-Jährige besitze Pässe aus Russland sowie aus Bosnien und Herzegowina. Sie beschuldigen ihn, in den ersten Kriegsmonaten schreckliche Misshandlungen an Zivilisten nahe Kiew inszeniert zu haben.

Zu dieser Zeit kommandierte er eine russische Sabotageeinheit. Laut United24Media errichtete seine Söldnertruppe ein verstecktes Lager in den tiefen Wäldern außerhalb von Butscha.

Tage im Wald

Die offiziellen Berichte skizzieren ein erschreckendes Muster von Misshandlungen. In einem ländlichen Dorf zerrten Soldaten einen 39-jährigen Mann aus seinem Unterschlupf und schleppten ihn in den Wald.

Der SBU behauptet, Savičić habe seinen Männern befohlen, den Gefangenen während intensiver Verhöre zu schlagen. Berichten zufolge fesselten sie ihn an einen Baum.

Eine scharfe Granate wurde direkt neben ihm zurückgelassen. Das Opfer weigerte sich, an russischen Propagandavideos teilzunehmen.

Aufgrund seines Widerstands zwang die Einheit ihn angeblich, eine Grube zu graben, und ließ ihn eine ganze Woche lang ohne Nahrung und Wasser darin gefesselt zurück.

Suche nach vermissten Ehemännern

Ein weiterer düsterer Fall ereignete sich in der nahegelegenen Stadt Iwankiw. Soldaten griffen die Ehefrau eines ukrainischen Militärveteranen und sperrten sie in einen Lieferwagen.

Ermittler geben an, die Frau habe tagelange harte Verhöre überlebt. Ihre Entführer hielten sie unter schrecklichen Bedingungen gefangen, während sie Informationen über ihren Ehemann forderten.

Als die russischen Truppen schließlich abzogen, durchsuchten Suchteams die verlassenen Militärstellungen. Sie fanden den vermissten Ehemann schließlich tot in den nahegelegenen Bäumen, und die Polizei arbeitet noch daran, die Männer zu identifizieren, die den Abzug betätigten.

Tiefe Geheimdienstverbindungen

Dieser mutmaßliche Kommandant ist nicht nur ein zufälliger Freiwilliger. Eine Untersuchung von Radio Free Europe identifizierte Savičić als Oberst des russischen Militärgeheimdienstes.

Durchgesickerte Krankenhausakten verbinden seine Einheit direkt mit einem Schattennetzwerk, das zur Anwerbung ausländischer Kämpfer genutzt wird. Seine Kampfbilanz reicht Jahrzehnte zurück.

Bevor er in der Ukraine ankam, kämpfte er Berichten zufolge in Syrien und arbeitete mit der Wagner-Gruppe zusammen. Internationale Behörden sind sich seiner gewalttätigen Vergangenheit wohl bewusst.

INTERPOL verfolgt ihn seit Jahren, und sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Ukraine haben ihn mit strengen Sanktionen belegt.

Quellen: United24Media, Sicherheitsdienst der Ukraine, Radio Free Europe/Radio Liberty