Die Seestreitkräfte der EU dürfen nun Schiffe kontrollieren und entern, die im Verdacht stehen, Verbindungen zu Russlands Schattenflotte zu haben. Grundlage dafür sind erweiterte Befugnisse, die der Mittelmeermission der Union übertragen wurden.
EU-Kriegsschiffe erhalten grünes Licht zum Entern von Tankern mit Verbindungen zu Russland.
Die Europäische Union hat die Befugnisse ihrer Marineoperation im Mittelmeer ausgeweitet und den Besatzungen damit das Recht eingeräumt, Schiffe anzuhalten und zu inspizieren, die im Verdacht stehen, Verbindungen zu Russlands Schattenflotte zu haben.
Nach einem informellen Treffen der EU-Verteidigungsminister am Montag stellte Kaja Kallas die neuen Maßnahmen vor.
Die Entscheidung ist Teil der Bemühungen der EU, die Einnahmen zu begrenzen, die Russland trotz westlicher Sanktionen weiterhin durch Ölexporte erzielt.
Die 2020 ins Leben gerufene Operation IRINI wurde mit der Überwachung der Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen beauftragt.
Kallas erklärte, dass die jüngsten Änderungen des Einsatzrahmens es dem Marinepersonal nun ermöglichen, Inspektionen von Schiffen durchzuführen, die mutmaßlich mit der Schattenflotte in Verbindung stehen, berichtet United24 Media.
Fokus auf Öleinnahmen
Der Begriff „Schattenflotte“ wird üblicherweise verwendet, um alternde Tanker und Schifffahrtsnetzwerke zu beschreiben, die den Export von russischem Rohöl außerhalb der üblichen internationalen Kontroll- und Versicherungsstrukturen ermöglichen.
Die EU-Regierungen argumentieren, dass dieses Netzwerk trotz der Sanktionen zur Verringerung der Exporterlöse eine bedeutende Einnahmequelle für den Kreml aufrechterhält, berichtet United24 Media.
„Die Idee besteht auch darin, bewährte Verfahren dafür zu entwickeln, wie verschiedene Länder mit diesen Schiffen umgehen, denn sie stellen tatsächlich eine Gefahr dar. Und natürlich ist das Ziel auch, Russlands Fähigkeit einzuschränken, diesen Krieg zu finanzieren“, sagte Kallas.
Verstärkte europäische Anstrengungen
Die jüngsten Änderungen erweitern den Auftrag der Mission über ihr ursprüngliches Mandat hinaus und binden sie stärker in die Bemühungen der EU zur Durchsetzung von Sanktionen ein.
Mehrere europäische Länder haben in den vergangenen Monaten ihren Fokus auf diese Schiffe verstärkt. Kritiker haben zudem Bedenken hinsichtlich des Zustands vieler dieser Schiffe und der potenziellen Gefahren geäußert, die sie auf See darstellen.
Das Thema der Schattenflotte dürfte weiterhin eine zentrale Rolle in der Sanktionspolitik der EU spielen, berichtet United24 Media.
Gleichzeitig beraten die Mitgliedstaaten darüber, wie die Zusammenarbeit bei der Durchsetzung dieser Beschränkungen in den kommenden Monaten weiter gestärkt werden kann.
Quellen: United24 Media