Der Experte zeichnete ein Bild einer Regierung, die sich entschied, die kriminelle Welt zu vereinnahmen.
Wenn ein Staatschef mit einer mächtigen kriminellen Unterwelt konfrontiert wird, sind die üblichen Reaktionen massive Polizeieinsätze und strenge neue Gesetze.
Manche Herrscher wählen jedoch einen völlig anderen Weg.
Sie betrachten das bestehende Gewaltnetzwerk und beschließen, es zu übernehmen.
Eine Verschiebung der Machtverhältnisse
Kurz nachdem Wladimir Putin sein Amt angetreten hatte, vollzog sich ein Wandel in der russischen Gesellschaft. Der neue Präsident versprach, das marode Rechtssystem des Landes zu straffen. Er handelte schnell.
Der Journalist Zbigniew Parafianowicz erläuterte diesen genauen Prozess kürzlich in einer Fernsehsendung des polnischen Militärs namens „History“. Er erklärte, wie der Kreml die nationale Kriminallandschaft komplett neu gestaltete.
Laut einem Bericht von WP Wiadomości stellte der Moderator dem Experten eine spitze Frage: Wollte der russische Staatschef die Straßenkriminalität tatsächlich beseitigen, oder wollte er sie nur kontrollieren?
Der Staat übernimmt die Kontrolle
Der Experte zeichnete ein klares Bild einer Regierung, die sich entschied, die kriminelle Welt vollständig zu vereinnahmen. Die massive Strategie stützte sich stark auf staatliche Geheimdienste.
Parafianowicz bemerkte, dass die Regierung im Wesentlichen die gesamte Welt der Gewalt nationalisieren wollte. Dies bedeutete, die Kontrolle direkt an loyale Agenten zu übergeben.
„Definitiv nationalisieren. Das heißt, die Macht in den Händen der entsprechenden Gruppe zu zentralisieren, die den Staat führt. Das ist eine Gruppe von Leuten aus den Geheimdiensten, die ihre eigenen ‚Stukos‘ haben, oder besser gesagt, Informanten und Informantinnen“, antwortete der Journalist.
Dieser aggressive Schritt stellte ehemalige Mafiabosse und lokale Vollstrecker effektiv direkt unter die Kontrolle der Regierung.
Eine neue Eliteklasse
Indem sie diese undurchsichtigen Netzwerke vereinnahmten, sicherten sich staatliche Geheimdienste eine höchst einzigartige Stellung in der Gesellschaft. Die Regierungsspione verwandelten sich über Nacht in die ultimative Staatselite.
Parafianowicz erklärte in der Fernsehsendung, dass die Männer, die diese geheimen Operationen leiten, massive Privilegien genießen. Er verglich sie direkt mit modernem Adel.
„Ein Vertreter dieser Welt der Geheimdienste, unabhängig davon, ob er ein guter Geheimdienstoffizier war, ob er in der DDR gedient hat oder ob er in den Vereinigten Staaten gedient hätte, ist ein Prinz. … Jeder Spion ist ein Prinz“, betonte Parafianowicz.
Dieser Titel erfasst perfekt, wie diese Agenten heute funktionieren. Dank ihres Zugangs zu hochrangigen Geheimnissen und versteckten kriminellen Vermögenswerten halten diese Regierungsspione in Russland von heute alle Trümpfe in der Hand.
Quellen: WP Wiadomości