Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums lehnte die Ukraine den Vorschlag ab.
Ein Waffenstillstand wurde im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine immer wieder erwähnt.
Während des russischen Nationalfeiertags zum Tag des Sieges im Mai erklärte Putin einen einseitigen Waffenstillstand auf russischer Seite, und die Ukraine drängte wiederholt auf einen sofortigen Waffenstillstand – bereits im November 2022.
Der Kreml hat die Idee eines Waffenstillstands jedoch wiederholt zurückgewiesen, hauptsächlich weil dieser nach dem ukrainischen Vorschlag den Abzug russischer Truppen aus den besetzten ukrainischen Gebieten beinhalten würde.
Widersprüchliche Berichte über eine Stadt an der Front haben den Kreml nun jedoch dazu veranlasst, einen vorübergehenden Waffenstillstand vorzuschlagen – allerdings nur für diese Stadt.
Gemischte Signale
Nach Angaben des Kyiv Independent berichteten russische Staatsmedien zunächst, Putin sei mitgeteilt worden, die Stadt sei gefallen. Generalstabschef Waleri Gerassimow beanspruchte ebenfalls den Sieg und bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt zur Einnahme der Region.
Doch diese Darstellung zerfiel schnell. Stunden später teilte das russische Verteidigungsministerium der Nachrichtenagentur TASS mit, dass in Kostjantyniwka weiterhin schwere Kämpfe stattfänden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj konterte und wies die Behauptungen über die Einnahme als „eine weitere russische Lüge, die dazu dienen soll, irgendeine Art von Nachrichten zu generieren“, zurück.
Er nutzte die Verwirrung anschließend, um Putin herauszufordern. Selenskyj sagte: „Wäre Kostjantyniwka derzeit unter russischer Kontrolle, hätte Putin sicherlich kein Problem damit, mich dort zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden, um den Krieg endlich zu beenden.“
Ein düsterer Vorschlag
Nach dem öffentlichen Schlagabtausch schlug Moskau eine kurze Kampfpause vor. Das russische Verteidigungsministerium schlug einen sechsstündigen Waffenstillstand für den 6. Juli vor, um die Übergabe der Leichen gefallener ukrainischer Soldaten zu ermöglichen.
Russland setzte eine strikte Frist für das Abkommen und forderte eine Antwort bis zum 5. Juli. Unterdessen bleibt die Lage vor Ort äußerst angespannt, da beide Seiten um den strategisch wichtigen Knotenpunkt kämpfen.
Gestern berichtete Al Jazeera, Russland habe behauptet, die Ukraine habe den vorgeschlagenen lokalen Waffenstillstand abgelehnt.
Der ukrainische Generalstab bestritt, dass die Stadt gefallen sei. Zwar räumten Vertreter der Ukraine ein, dass russische Infanteriegruppen in Teile des Stadtgebiets vorgedrungen seien, sie bestanden jedoch darauf, dass die ukrainischen Streitkräfte die Linie hielten.
Analysten von DeepState unterstützten diese Einschätzung und berichteten, dass Kostjantyniwka trotz des Erreichens der Außenbezirke durch russische Truppen ein wichtiger Bestandteil des östlichen Verteidigungsgürtels der Ukraine bleibe.