Einige warfen dem Militär extreme Fahrlässigkeit vor.
Ein sonniger Tag an der Küste soll eine friedliche Flucht aus dem Alltagsstress sein. Doch wenn ein militärischer Konflikt direkt jenseits der Grenze andauert, kann dieses Gefühl der Sicherheit im Nu verschwinden.
Tragödie am Strand
Der Albtraum ereignete sich in Archipo-Ossipowka, einem beliebten Ferienort an der Schwarzmeerküste. Online geteilte Videos zeigten eine Drohne, die auf die Küste zuflog.
Momente später riss eine gewaltige Explosion durch eine Menschenmenge desorientierter Strandbesucher in Russlands Region Krasnodar.
Russische Beamte bestätigten laut Onet die verheerende Opferzahl. Vier Menschen starben bei der Explosion, darunter ein kleines Kind, während zehn weitere Verletzungen erlitten.
Die Behörden hielten offizielle Details kurz. Sie veröffentlichten eine knappe Erklärung, in der sie behaupteten, „der Angriff habe zivile Infrastruktur zum Ziel gehabt“.
Wer schoss?
Doch schnell tauchten alternative Darstellungen auf, die die offizielle Erzählung infrage stellten. Der ukrainische Sender Supernova Plus bot laut Przegląd Sportowy Onet eine ganz andere Version der Ereignisse an.
Der Sender deutete an, dass eine russische mobile Feuergruppe die Drohne tatsächlich selbst abgeschossen habe. Lokale russische Social-Media-Gruppen griffen diese Theorie auf.
Zeugen berichteten, dass das Fluggerät zweimal über den vollen Strand geflogen sei, bevor es zur Explosion kam. Die Panik verstärkte sich, da Anwohner behaupteten, dass vor dem Einschlag keine Warnsirenen ertönt seien.
Diese Version der Geschichte erregte die Aufmerksamkeit einer prominenten ukrainischen Persönlichkeit. Der ehemalige Tennisstar Oleksandr Dolgopolow nutzte die sozialen Medien, um die russische Regierung scharf zu kritisieren.
Eine scharfe Rüge
Dolgopolow hielt sich in seiner Einschätzung des Unglücks nicht zurück. „Putin eliminiert weiterhin Russen“, schrieb der ehemalige Athlet online.
Er warf dem Militär extreme Fahrlässigkeit vor.
Er fügte hinzu: „Dieses Mal haben sie beschlossen, eine Drohne direkt über einem vollen Strand abzuschießen. Die Menschen werden das sicherlich verstehen, denn Russland braucht Konstantinowka wirklich.“
Vom Tennisplatz an die Front
Der 37-Jährige ist hochqualifiziert, um sich zum Luftkrieg zu äußern. Als die umfassende Invasion der Ukraine im Jahr 2022 begann, gab er sein normales Leben auf, um der Armee beizutreten.
Er dient derzeit als militärischer Drohnenoperator an der Front. Vor dem Krieg war er einer der besten Tennisspieler der Welt.
Dolgopolow erreichte einst Platz 13 in der globalen ATP-Rangliste. Er gewann drei große Turniere und kämpfte sich 2011 ins Viertelfinale der Australian Open.
Quellen: Przegląd Sportowy Onet, X