Sie unterzeichnen Militärverträge, um dem Gefängnis zu entgehen.
Die Heimat zu verlassen, um in einem neuen Land Arbeit zu finden, ist für Millionen von Menschen eine gängige Entscheidung.
Familien sind auf das Geld angewiesen, das über die Grenze zurückgeschickt wird. Manchmal jedoch führt die einfache Suche nach einem Gehaltsscheck direkt in ein Kriegsgebiet.
Eine fatale Entscheidung
Zwei Männer aus Kirgisistan reisten nach Russland, um gewöhnliche Arbeit zu suchen. Anstatt sich ein besseres Leben aufzubauen, fanden sie sich an der Front in der Ukraine wieder.
Die Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, bekannt als HUR, identifizierte die Männer kürzlich. Beamte fanden ihre Dokumente auf dem Schlachtfeld, nachdem beide im Juni 2026 im Kampf gefallen waren, wie ein Bericht von United24 Media besagt.
Die Fälle verdeutlichen eine harte Realität für ausländische Arbeitskräfte. Russische Behörden drängen Migranten zunehmend in den Militärdienst.
An die Front gezwungen
Dastan Tagajew, geboren 1983, hatte in der Stadt Nowosibirsk gearbeitet. Die Polizei durchsuchte Ende 2025 seinen Arbeitsplatz und verhängte eine Geldstrafe von 5.000 Rubel wegen eines abgelaufenen Visums.
Laut HUR drohte ihm die örtliche Polizei wegen seines Migrationsstatus mit Gefängnis. Unter starkem Druck unterzeichnete Tagajew einen Militärvertrag, um einer Gefängniszelle zu entgehen.
Russische Kommandeure gaben ihm nur minimale Ausbildung, bevor sie ihn einsetzten. Er starb im Kampf gegen ukrainische Kräfte in der Region Saporischschja.
Sechs Wochen bis zum Tod
Denis Alexejew ereilte ein ähnliches Schicksal. Der 40-Jährige hatte als Arbeitsmigrant in Moskau gelebt und sogar im April einen Ersatzpass von der kirgisischen Botschaft abgeholt.
Anfang Mai änderte sich die Situation jedoch komplett. Er unterzeichnete einen Einjahresvertrag mit dem russischen Militär, und die Armee machte ihn schnell zum Schützen.
Seine militärische Laufbahn erwies sich als unglaublich kurz. Ukrainische Truppen töteten Alexejew Mitte Juni in der Nähe der Donezker Siedlung Lypowe, genau sechs Wochen nachdem er seinen Namen unterzeichnet hatte.
Ein breiteres Netz
Diese beiden Todesfälle sind keine Einzelfälle. HUR stellte fest, dass Russland aktiv Polizeidruck und Deportationsdrohungen einsetzt, um seine Militärreihen mit ausländischen Arbeitskräften zu füllen.
Die Rekrutierungskampagne reicht weit über Zentralasien hinaus. United24 Media berichtete zuvor über kolumbianische Kriegsgefangene, die ähnliche Täuschungen erlebten.
Rekrutierer versprachen diesen Männern hohe Gehälter und sichere Arbeit hinter den Linien. Als sie in Russland ankamen, händigten Kommandeure ihnen Waffen aus und schickten sie direkt in Frontalangriffe.
Quellen: United24 Media, Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR)