Russische Vertreter erinnern die Angehörigen häufig daran, dass sie Befehle befolgen müssen.
Wenn ein Familienmitglied während eines Konflikts vermisst wird, kann die verzweifelte Suche nach Antworten Menschen an ihre Grenzen bringen. Angehörige tun oft alles, um einen Funken Hoffnung zu finden. Doch einige Organisationen nutzen diese tiefe Verletzlichkeit als Waffe, um besorgte Familien in eine Falle zu locken.
Eine betrügerische Wohltätigkeitsorganisation
Eine neue Untersuchung enthüllt, wie ein Schattennetzwerk die Angehörigen gefangener ukrainischer Soldaten ins Visier nimmt.
Toronto Television, zitiert von Militarnyi, berichtete, dass eine Gruppe namens „Mothers‘ Shield“ unter dem Deckmantel einer „Freiwilligenvereinigung“ operiert.
Die Organisation behauptet, Familien bei der Lokalisierung vermisster Truppen zu helfen. Sie verlangt von Angehörigen, sensible persönliche Daten preiszugeben, um den Suchprozess zu beginnen.
Familien müssen Namen, Geburtsjahre und Fotos angeben. Die Gruppe fordert zudem spezifische militärische Details, einschließlich Einheitsnummern und des genauen Einsatzgebietes des Soldaten.
Detailsammlung
Die Informationsbeschaffung wendet sich schnell den Familien selbst zu. Laut der Untersuchung fragen die falschen Freiwilligen, wo die Angehörigen wohnen und wen sie sonst noch um Hilfe kontaktiert haben.
„Mothers‘ Shield“ entnimmt auch Kontaktdaten direkt von gefangenen Truppen. Dieser direkte Zugang ermöglicht es ihren Vertretern, besorgte Familienmitglieder aus heiterem Himmel anzurufen.
Zunächst erscheint die Organisation aufrichtig hilfsbereit. Die Operativen stellen frische Fotos oder Videos der Gefangenen zur Verfügung und arrangieren manchmal sogar kurze Kommunikationen.
Die Falle schnappt zu
Doch diese plötzliche Freundlichkeit hat einen hohen und gefährlichen Preis. Im Austausch für diese „Dienstleistungen“ drängen die Drahtzieher die Angehörigen dazu, illegale Aktivitäten auszuführen.
Familien stehen unter starkem Druck, als Kuriere zu fungieren oder die Koordinaten militärischer Einrichtungen zu liefern. Die Ausführung dieser riskanten Aufgaben kann leicht zu ihrer Verhaftung führen.
Die Operativen versprechen ständig „Hilfe“ bei der Sicherung einer Freilassung. Toronto Television merkt an, dass diese Versprechen völlig leer sind und nur dazu dienen, Familien bei der Stange zu halten.
Echte Unterstützung finden
Russische Vertreter erinnern die Angehörigen häufig daran, dass sie Befehle befolgen müssen. Das Ziel ist es, die Familien so lange wie möglich absolut unter Kontrolle zu halten.
Ein wichtiger Hinweis entlarvt die wahre Natur der Gruppe und ihre Verbindungen zu russischen Spezialdiensten. „Mothers‘ Shield“ genießt einen beispiellosen Zugang zu Haftanstalten für Kriegsgefangene.
Selbst internationale Organisationen wie das Rote Kreuz verfügen nicht über diese Zugangsberechtigung. Aufgrund dieser ernsthaften Bedrohung fordern Beamte die Familien dringend auf, sich ausschließlich an das Koordinationshauptquartier der Ukraine für die Behandlung von Kriegsgefangenen zu wenden.
Quellen: Toronto Television, Militarnyi