Rund 500 Kämpfer bewachen derzeit die regionalen Goldminen.
Krieg hinterlässt oft pures Chaos, wenn die formalen Kämpfe enden.
Doch manchmal finden die zurückbleibenden Soldaten völlig neue Wege, ihre Operationen im Verborgenen zu finanzieren.
Ein neues Schattenunternehmen
Überreste der Wagner-Gruppe haben in der Zentralafrikanischen Republik ein neues kriminelles Imperium aufgebaut.
Nach dem Tod des Gründers Jewgeni Prigoschin verlagerten diese Söldner ihren Fokus auf illegale Drogen.
Sie betreiben nun ein massives Schmuggelnetzwerk für Tramadol. Das Wall Street Journal beschrieb die weitreichende Operation in einer kürzlich durchgeführten Untersuchung, wie Ziare berichtete.
Der illegale Handel konzentriert sich auf das abgelegene Ubangi-Flussbecken. Lokale Behörden haben dort sehr wenig Macht, und Moskau soll Berichten zufolge Schwierigkeiten haben, die abtrünnigen Kämpfer zu kontrollieren.
Pawel Prigoschin, der Sohn des verstorbenen Gründers, soll Berichten zufolge diese laufenden Operationen in Afrika beaufsichtigen.
Das Kokain des armen Mannes
Ärzte verschreiben Tramadol normalerweise zur Behandlung starker Schmerzen. Doch die Pillen wirken bei Missbrauch sehr unterschiedlich.
In massiven Dosen wirkt das Opioid als starkes Stimulans. Menschen in mehreren afrikanischen Nationen nennen es nun „das Kokain des armen Mannes“.
Wagner drängt die Droge lokalen Arbeitern auf, um längere Schichten in den von ihnen kontrollierten Goldminen zu erzwingen. Sie beliefern auch bewaffnete Fraktionen mit den Pillen.
Natalia Duhan ist Forscherin bei der Global Initiative against Transnational Organized Crime. Sie erklärte, dass hohe Dosen die Angst reduzieren und die Erregung bei Kämpfern in aktiven Konfliktgebieten steigern.
Schmuggel auf dem Fluss
Die komplexe Schmuggelroute beginnt Tausende von Kilometern entfernt in Indien. Fabriken exportieren das Medikament legal als Standard-Medizinbedarf.
Die Lieferungen landen schließlich in der Demokratischen Republik Kongo. Schmuggler verpacken die Kartons dann um und transportieren sie über den Fluss.
Laut Forschern, die vom Wall Street Journal zitiert wurden, verbergen einige dieser Pakete Pillen mit gefährlich hohen Konzentrationen.
Dieser illegale Handel bringt massive Gewinne ein. Der lokale Straßenpreis für die Droge hat sich allein im vergangenen Jahr verdreifacht.
Finanzierung zukünftiger Gewalt
Rund 500 Kämpfer bewachen derzeit die regionalen Goldminen. Diese abgelegenen Grabungsstätten bringen jährlich etwa 180 million dollars ein.
Der Tramadol-Schmuggel bietet einen entscheidenden zweiten Strom schmutzigen Geldes. Eine einzelne Drogenlieferung im Wert von 7,000 dollars kann im Straßenverkauf schnell 21,000 dollars einbringen.
Schmuggler verwenden dieses Geld, um Waffen zu kaufen und Bestechungsgelder zu zahlen. Das Geld hält das gesamte Söldnernetzwerk schwer bewaffnet.
Dieser stetige Geldfluss hat verheerende Auswirkungen in der realen Welt. Forscher bringen den expandierenden Opioidhandel direkt mit einem jüngsten Anstieg der Opfer bewaffneter Konflikte um 20 Prozent in Verbindung.
Quellen: The Wall Street Journal, Global Initiative against Transnational Organized Crime, Ziare.com