Westliche Politiker, die mit dem Zug in die Ukraine reisen, könnten ins Visier genommen werden.
Dafür zu sorgen, dass das Licht brennt, scheint normalerweise eine einfache Frage des Rechnungsbezahlens zu sein.
Doch mit steigenden globalen Spannungen entwickelt sich das nationale Stromnetz zu einem stillen Schlachtfeld.
Nun hat eine Reihe mysteriöser Ausfälle Angst ausgelöst und wilde Drohungen aus dem Ausland provoziert.
Eine scharfe Warnung
Ein hochrangiger russischer Beamter hat eine beunruhigende neue Drohung gegen europäische Staats- und Regierungschefs ausgesprochen. Dmitri Medwedew schlug auf Telegram vor, dass westliche Politiker, die mit dem Zug in die Ukraine reisen, ins Visier genommen werden könnten.
Der ehemalige russische Präsident wetterte in einem wütenden Beitrag. Laut dem Express kritisierte er deutsche Beamte scharf für ihre Politik und deutete an, dass sie Militärschläge auf eigenem Boden verdienten.
„Und jeder Terror hat Sponsoren“, schrieb Medwedew auf der Plattform. „Im Moment sind dies die Staats- und Regierungschefs westlicher Länder, hauptsächlich europäischer. Und sie reisen oft mit dem Zug nach Kiew …“
Stromleitungen im Visier
Die scharfen Worte fallen just in dem Moment, da deutsche Behörden mit höchst verdächtigen Stromausfällen zu tun haben. Beamte untersuchen zwei Vorfälle, die am Dienstag die Stromverteilung im ganzen Land störten.
Ein Angriff traf ein Umspannwerk nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde im Nordosten. Stunden später legte ein absichtlich herbeigeführter Kurzschluss Stromleitungen bei Köln lahm.
Sicherheitsbeamte glauben, dass jemand diese Ereignisse absichtlich inszeniert hat. Herbert Reul, der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, machte die Tragweite der Ereignisse sehr deutlich.
„Ein Umspannwerk ist das Nervenzentrum unseres täglichen Lebens“, sagte Reul. „Wer es angreift, greift nicht nur ein Blechdach an, sondern unser Land, unsere Wirtschaft, unser tägliches Leben und uns alle.“
Ermittlungen gegen die Angreifer
Auf einem Maisfeld nahe dem Kölner Tatort entdeckte die Polizei sechs versteckte Startvorrichtungen. Die Deutsche Presse-Agentur dpa berichtete, dass die Angreifer raketenähnliche Objekte verwendeten, um ein Kabel über die Hochspannungsleitungen zu werfen.
Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Täter absichtlich einen Kurzschluss verursachten, indem sie leitendes Material, vermutlich Kabel, über die Freileitung legten. Die plötzlichen Lichtblitze legten kurzzeitig Tausende von Megawatt Leistung still.
Derzeit sind sich die Behörden noch unsicher, wer die Angriffe tatsächlich organisiert hat. Sie vermuten entweder linksextremistische Gruppen oder ausländische Agenten.
Die hybride Gefahr wächst
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD, dass das Land einer komplexen Gefahr gegenüberstehe.
„Was wir derzeit erleben, ist eine hybride Bedrohung, und wir können daher nicht ausschließen, dass ausländische Mächte dahinterstecken“, warnte Redmann.
Reul bestätigte auch die fortgesetzte Suche nach Antworten. Er merkte an, dass die Ermittler Sabotage durch eine ausländische Regierung nicht ausschließen können.
Quellen: The Express, Telegram, dpa, ARD