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Putins Vertrauenswerte brechen ein – Russland veröffentlicht sie deshalb nicht mehr

Putin
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Das ist eine Möglichkeit, negative Schlagzeilen zu vermeiden …

Die Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung ist für jede Regierung ein heikler Balanceakt.

Wenn sich die Stimmung einer Nation ändert, spiegeln die Zahlen, die die öffentliche Meinung erfassen, dies meist zuerst wider.

Doch was geschieht, wenn diese Zahlen nicht mehr gut aussehen? Manchmal ist die einfachste Option, die Daten einfach zu verbergen.

Dies scheint derzeit in Russland der Fall zu sein.

Zahlen werden versteckt

Die staatliche russische Meinungsforschungsagentur VTsIOM hat stillschweigend die Veröffentlichung einer bestimmten Art von Daten zum öffentlichen Vertrauen in Wladimir Putin eingestellt.

The Moscow Times berichtete, dass die Agentur ihre geplanten Datenveröffentlichungen für April und Mai ausließ. Jahrelang fragte diese spezielle „offene“ Umfrage die Bürger, welchen Politikern sie vertrauten, ohne ihnen eine Liste mit Antwortvorgaben zu geben.

Bis Juni waren diese Aktualisierungen vollständig verschwunden.

Ein starker Rückgang

Die Entscheidung, die Veröffentlichungen einzustellen, erfolgte unmittelbar, nachdem die Zustimmungswerte des Präsidenten einen historischen Tiefstand erreicht hatten.

In der letzten veröffentlichten Umfrage vom März bezeichnete weniger als ein Drittel der Befragten Putin als vertrauenswürdigen Politiker. Sein Wert fiel auf nur 29,5 Prozent. Das ist seine niedrigste Bewertung seit Beginn der groß angelegten Invasion der Ukraine.

Unterdessen veröffentlicht die Agentur weiterhin ihre „geschlossenen“ Umfragen. Diese Erhebungen stellen eine wesentlich direktere Frage: „Vertrauen Sie Putin?“ So formuliert erzielt der russische Staatschef immer noch über 70 Prozent.

Dennoch sinken seine allgemeinen wöchentlichen Zustimmungswerte rapide. Selbst nach einer kürzlichen Umstellung auf Haustürbefragungen sank die Zustimmung bis Ende Mai auf 66,6 Prozent.

Zunehmende öffentliche Ermüdung

Beobachter legen nahe, dass diese sinkenden Zahlen auf ein tieferes Problem im Land hinweisen. Das Leben in einem langwierigen Konflikt zehrt an den Kräften. Die wirtschaftliche Realität holt die Bürger zunehmend ein.

Während der Krieg in der Ukraine ohne klares Ende weitergeht, spüren die Russen die Belastungen durch hohe Inflation, Arbeitskräftemangel und Gerüchte über eine neue Mobilisierungsrunde, um die russischen Personalverluste auszugleichen, die sich inzwischen nahezu auf ein Prozent der gesamten russischen Vorkriegsbevölkerung belaufen.

In dem Versuch, die Kontrolle über den digitalen Raum zu stärken, hat der Kreml eine Reihe von Messaging-Apps blockiert, darunter WhatsApp und den beliebten Dienst Telegram, sowie zahlreiche weitere ausländische Dienste.

Stattdessen wird die russische Öffentlichkeit dazu angehalten, die staatlich geförderte App MAX zu nutzen, der vorgeworfen wird, als Überwachungsinstrument zu fungieren.

Der politische Analyst Ilja Graschtschenkow beschrieb die nationale Stimmung als eine Mischung aus wachsendem Druck und Erschöpfung.

Er stellte fest, dass sich die öffentliche Stimmung auf ein einziges Gefühl verdichte: „Wir können so weiterleben, aber wir wollen es immer weniger.“