Neue Iran-Israel-Angriffe provozieren sofortige Reaktion von Trump
Diplomatische Verhandlungen und militärische Kalkulationen kollidieren zunehmend im Nahen Osten.
Neue israelische Angriffe auf iranische Ziele haben nicht nur deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil sie die Feindseligkeiten kurzzeitig wieder aufleben ließen, sondern auch, weil sie nach wiederholten öffentlichen Aufrufen von US-Präsident Donald Trump erfolgten, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Hinter der militärischen Aktion steckt ein umfassenderer Streit darüber, wer einen Platz am Verhandlungstisch erhält, während Washington ein potenzielles Abkommen mit Teheran anstrebt.
Angriffe folgen regionaler Eskalation
Laut Reuters startete Israel am Montag Angriffe auf Ziele im Iran, nachdem Teheran Raketen in Richtung Israel abgefeuert hatte. Iranische Beamte beschrieben ihre Raketenstarts als Vergeltung für frühere israelische Angriffe im Libanon.
Die Kämpfe waren kurzlebig; beide Seiten stellten das Feuer nach Trumps Intervention ein. Dennoch, so sagen Analysten, habe die israelische Operation eine ebenso politische wie militärische Botschaft getragen.
Laut dem Militärhistoriker Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem wollten israelische Führer deutlich machen, dass jede zukünftige Vereinbarung mit dem Iran israelische Sicherheitsbedenken nicht ignorieren könne.
„Denn wenn es zu sehr auf israelische Interessen tritt, kann Israel den Tisch umstoßen.“
Trump hat Monate damit verbracht, eine umfassendere Einigung mit dem Iran auszuhandeln, während er Israel weitgehend von den direkten Gesprächen fernhielt. Gleichzeitig hat Washington den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu unter Druck gesetzt, Handlungen zu vermeiden, die die Diplomatie zum Scheitern bringen könnten.
Libanon im Zentrum des Disputs
Ein Großteil der Meinungsverschiedenheiten dreht sich um den Libanon und die Hisbollah.
Israelische Beamte befürchten, dass ein zukünftiges US-iranisches Einvernehmen Israels Freiheit einschränken könnte, Militäroperationen gegen die Hisbollah im Südlibanon durchzuführen. Berichte deuten darauf hin, dass Netanjahu und hochrangige Sicherheitsbeamte dieses Thema ausführlich diskutierten, bevor sie die jüngsten Angriffe genehmigten.
Der Iran wiederum hat jede umfassendere Vereinbarung mit Washington wiederholt an die Aufrechterhaltung eines Waffenstillstands im Libanon geknüpft.
Nach dem jüngsten Schlagabtausch signalisierte Trump, dass er die Angelegenheit als beigelegt betrachte.
„Jeder von ihnen hatte seinen Spaß. Israel hatte seinen Schlag und der Iran hatte seinen Schlag. Wir brauchen keinen weiteren.“
Israelische Führer scheinen weniger davon überzeugt, dass die Angelegenheit gelöst ist. Netanjahu warnte später, dass Israel auf jeden zukünftigen Angriff des Iran energisch reagieren werde.
Grenzen der militärischen Unabhängigkeit Israels
Während Israel die Fähigkeit demonstriert hat, iranische Ziele ohne direkte US-Beteiligung anzugreifen, stellen Militärexperten die Frage, wie lange eine solche Kampagne ohne amerikanische Unterstützung fortgesetzt werden könnte.
Sicherheitsanalysten stellen fest, dass fortschrittliche Munition und logistische Unterstützung in jedem längeren Konflikt kritische Faktoren bleiben.
Yehoshua Kalisky vom israelischen Institut für Nationale Sicherheitsstudien argumentierte, dass Israels militärische Fähigkeiten praktische Grenzen hätten.
„Es besteht kein Zweifel, dass Israel diesen Krieg nicht lange, lange allein führen kann, weil die Munition verbrauchbar ist.“
Jüngste Ereignisse haben trotz ihrer langjährigen politischen Übereinstimmung wachsende Spannungen zwischen Netanjahu und Trump deutlich gemacht. Öffentlich betonen beide Führer weiterhin ihre Beziehung, doch der Streit um den Iran hat Differenzen in Bezug auf Strategie, Diplomatie und die zukünftige Gestaltung einer regionalen Einigung offengelegt.