Wenn globale Behörden versuchen, ein isoliertes Land vom Rest der Welt abzuschneiden, finden Schmuggelnetzwerke meist einen Weg, die Lücken zu nutzen.
Das Verbot lebenswichtiger Ressourcen mag auf dem Papier wirksam erscheinen, doch einen entschlossenen Staat vollständig zu isolieren, ist eine nahezu unmögliche Aufgabe. Ein riesiges Schattenhandelsnetzwerk, das direkt unter den Augen internationaler Überwachungsorgane operiert, wurde nun aufgedeckt, berichtet United24Media.
Regelverstöße
Nordkorea ignoriert globale Beschränkungen seiner Treibstofflieferungen vollständig. Asia Today berichtete, dass das Land raffiniertes Öl aus China und Russland in Mengen importiert, die das offizielle UN-Limit um das Siebenfache überschreiten.
Die illegalen Aktivitäten reichen weit über Treibstoff hinaus. Um schnell an Bargeld zu kommen, schmuggelt Pjöngjang auch verbotene Mineralien heraus, indem es Dokumente fälscht.
Südkoreas Geheimdienstdaten zeigen, dass das Regime jährlich 1,5 Millionen Tonnen Kohle illegal exportiert. Schmuggler deklarieren die Fracht fälschlicherweise als russisch, bevor sie sie nach China verkaufen.
Waffen für Treibstoff
Dieser Schwarzmarkt floriert dank intensiver militärischer Zusammenarbeit. Zwischen September 2023 und April dieses Jahres lieferte Nordkorea große Mengen Artilleriemunition und ballistische Raketen zur Unterstützung Russlands.
Im Gegenzug schickte Moskau fortschrittliche Luftverteidigungswaffen und Luft- und Raumfahrttechnologie zurück. Die Schifffahrtsrouten werden aktiv geschützt. Der Abgeordnete Yu Yong-won verwies auf Berichte, wonach russische Kriegsschiffe die verdächtigen nordkoreanischen Schiffe eskortierten.
Drei dieser Frachtschiffe sind mit südkoreanischen Sanktionen belegt. Dennoch kritisierte Yu seine eigene Regierung dafür, seit Mitte 2023 keine neuen unilateralen Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang eingeführt zu haben.
Ministeriumsdaten zeigen, dass die vorherige Regierung 26 Sanktionsrunden verhängte, während das derzeitige Team diese Maßnahmen im Wesentlichen eingestellt hat.
Eine Finanzspritze
Die offiziellen UN-Regeln begrenzen Nordkoreas Importe von raffiniertem Öl auf 500.000 Fass pro Jahr. Die legal gemeldeten Zahlen erreichten im vergangenen Jahr bereits fast 97 Prozent dieser Grenze.
Doch Yu erklärte gegenüber Asia Today, dass die wahren Zahlen viel höher seien. Russland stellte die Meldung seiner Öltransfers an den UN-Sanktionsausschuss vor über zwei Jahren vollständig ein.
Die geheimen Geschäfte zahlen sich reichlich aus. Ein südkoreanisches Geheimdienstforschungsinstitut schätzt, dass Nordkorea durch seine Militärallianz mit Moskau bis zu 14 Milliarden US-Dollar eingenommen hat.
Dieses Geld trug dazu bei, im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent anzukurbeln. Das stellt die höchste finanzielle Expansion des Landes dar, seit die globalen Sanktionen im Jahr 2016 verschärft wurden.
Quellen: United24Media, Asia Today