Startseite Krieg Russland droht Kanada mit Adressveröffentlichung wegen „Kriegstreiberei“

Russland droht Kanada mit Adressveröffentlichung wegen „Kriegstreiberei“

Maria_Zakharova
Council.gov.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Kanadische Beamte scheinen von den scharfen Worten aus Übersee nicht sonderlich beunruhigt zu sein.

Internationale Geschäftsabschlüsse bleiben im täglichen Nachrichtenzyklus meist unbemerkt.

Doch wenn private Fertigungsabkommen direkt in einen massiven ausländischen Konflikt eingreifen, ändern sich die politischen Rahmenbedingungen über Nacht.

Ein einfacher Unternehmensvertrag hat nun eine heftige diplomatische Auseinandersetzung zwischen zwei Weltmächten ausgelöst.

Eine scharfe Reaktion

Die plötzliche Konfrontation begann mit einer brandneuen Verteidigungspartnerschaft, die letzten Monat unterzeichnet wurde. Führungskräfte der Industrie versammelten sich auf der Rüstungsmesse CANSEC in Ottawa, um zukünftige Verträge zu sichern.

Während der Veranstaltung schloss sich ein Unternehmen aus Ontario namens Sentinel Research and Development mit einem ukrainischen Unternehmen namens Airlogix zusammen. Die beiden Firmen vereinbarten, gemeinsam an der Entwicklung fortschrittlicher Kampfdrohnen zu arbeiten.

Laut der Polnischen Presseagentur, die von O2 zitiert wird, erregte dieser Unternehmensdeal schnell die Aufmerksamkeit verärgerter Beamter in Moskau. Die russische Regierung reagierte mit sofortiger Wut. Sie bezeichnete Kanada öffentlich als „Kriegstreiber“ für die Unterzeichnung des Verteidigungsabkommens.

Direkte Drohungen

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, eskalierte die angespannte Situation während einer kürzlichen Pressekonferenz. Sie drohte, die genaue physische Adresse der kanadischen Herstellungsanlage zu veröffentlichen.

Sacharowa behauptete auch, ukrainische Streitkräfte würden möglicherweise wichtige Waffenlieferungen in einem Drittland verstecken. Sie argumentierte, Beamte in Ottawa setzten ihren historischen Ruf als friedliche Nation aktiv aufs Spiel.

Die Polnische Presseagentur zitierte Berichte von The Canadian Press und stellte fest, dass die russischen Behörden die Situation genau verfolgen. Sowohl Sacharowa als auch Oleg Stepanow, der russische Botschafter in Kanada, erklärten, Moskau werde dieses Fertigungsabkommen in seine zukünftigen Militärpläne einbeziehen.

Die Linie halten

Die offenherzige Sprecherin ist der nordamerikanischen Regierung nicht unbekannt. Tatsächlich ist ihr Name in Ottawa bereits wohlbekannt. Sacharowa steht derzeit auf Platz 839 der offiziellen Sanktionsliste Kanadas.

Kanadische Beamte scheinen von den scharfen Worten aus Übersee nicht sonderlich beunruhigt zu sein. Verteidigungsminister David McGuinty sagte gegenüber The Canadian Press, seine Regierung habe diese Art von aggressivem Widerstand aus Moskau voll erwartet.

„Weil sie die Tatsache nicht würdigen, dass die NATO zusammenkomme, um einem Land in Not zu helfen“, sagte McGuinty. Er erklärte entschieden, Ottawa werde die anhaltenden Drohungen überwachen und gleichzeitig seine Verbündeten weiterhin unterstützen.

Das finanzielle Ausmaß dieser anhaltenden Unterstützung bleibt massiv. Kanada hat der Ukraine bereits insgesamt 25,5 Milliarden C$ an Unterstützung zugesagt, wovon 8,5 Milliarden C$ speziell für die laufende Militärhilfe vorgesehen sind.

Quellen: Polnische Presseagentur, The Canadian Press, O2