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Russland wird die Nato nicht angreifen, sagt Finnlands Präsident – aber was ist mit Atomwaffen in der Ukraine?

Vladimir Putin
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Putin hat Mühe, seine Reihen aufzufüllen, um den Kampf in der Ukraine fortzusetzen, was es sehr unwahrscheinlich macht, dass er die Kämpfe durch Angriffe auf die NATO ausweiten würde.

Moskau kann seinen Krieg nicht über die Ukraine hinaus ausweiten, so der finnische Präsident Alexander Stubb.

In einem Exklusivinterview mit dem deutschen Medium Bild erklärte der finnische Staatschef, Russland fehle es an den Ressourcen, um die Nato anzugreifen oder eine zweite Front zu eröffnen.

Russlands einzige verbleibende Eskalationsoption ist die Mobilisierung von Truppen. Russische Streitkräfte verlieren monatlich bis zu 35.000 Soldaten, während sie nur 27.000 rekrutieren, was zu erheblichen Defiziten auf dem Schlachtfeld führt.

Jüngste russische Gesetze zur Bewegungseinschränkung deuten auf eine Einberufung im Herbst hin. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies diese Berichte am 25. August zurück und bezeichnete sie als von der Ukraine gestreute, fabrizierte Geschichten zur Destabilisierung Russlands.

Stubb erwarte ungeachtet der Kreml-Dementis neue Einberufungsmaßnahmen. Die Einberufung weiterer Bürger berge jedoch das Risiko ernsthafter innenpolitischer Gegenreaktionen in Russland.

Verteidigungslinien

Das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes in der Ukraine sei ebenfalls minimal, sagte Stubb der Bild. China habe eine feste Grenze bezüglich Atomwaffen gezogen.

„Diesen Sommer besuchte mich der chinesische Außenminister, und ich sprach das Thema an“, sagte Stubb der Bild. „Und er sagte: ‚Das werden wir niemals zulassen.‘ Und ich glaube, das ist eine ziemlich wirksame Abschreckung.“

Die militärische Stärke des Westens biete einen überwältigenden Schutz, was jede Aggression gegen Nato-Mitgliedstaaten irrational mache.

„Erstens habe ich Erkenntnisse“, sagte Stubb der Bild. „Und zweitens verfügen wir über eine Abschreckung, und diese Abschreckung ist stärke als die jeder anderen Militärmacht irgendwo auf der Welt.“

Zeit für Dialog

Trotz jüngster hybrider Angriffe fordere Stubb die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, einen kühlen Kopf zu bewahren, anstatt überstürzt zu reagieren. Panik spiele Moskau direkt in die Hände.

Europäische Nationen müssten auch die direkte Kommunikation mit der russischen Führung wieder aufnehmen, um gefährliche Fehleinschätzungen zu verhindern. Schweigen schaffe gefährliche Illusionen.

Stubb begrüßte ausdrücklich den Überraschungsbesuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau und betonte, dass diplomatische Kanäle für die europäische Stabilität weiterhin von entscheidender Bedeutung seien.

„Wir müssen verstehen, Sie in Deutschland und wir in Finnland, dass die Ukraine die beste Sicherheitsgarantie ist, die wir gegen Russland haben“, erklärte Stubb. „Wenn die Ukraine verliert, verlieren wir.“