Die Offensive wird knapp sechs Wochen dauern.
Wenn ein Konflikt sich über Jahre hinzieht, sind Führungspersönlichkeiten oft gezwungen, über traditionelle Schlachtfelder hinauszublicken, um einen Durchbruch zu erzielen.
Neue Wege zu finden, um einen Gegner unter Druck zu setzen, wird hinter verschlossenen Türen zur obersten Priorität.
Aus Kiew entfaltet sich nun eine neue Strategie, die darauf abzielt, den Verlauf des andauernden Krieges innerhalb eines sehr spezifischen Zeitrahmens zu ändern.
Tickende Uhr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am Donnerstag in einer spätabendlichen Ansprache eine große Strategieänderung an.
Mit einer nun gesetzten knappen Frist hofft Kiew, den Kreml direkt zu Friedensverhandlungen zu drängen.
Der Plan beinhaltet eine hoch koordinierte Anstrengung, die direkt auf das Herz des russischen Staates abzielt. Laut einem Bericht der lettischen Nachrichtenagentur LETA wird die Offensive knapp sechs Wochen dauern.
Selenskyj veröffentlichte das Update in den sozialen Medien nach einem hochrangigen Briefing mit seinem obersten Geheimdienstmitarbeiter, Generalmajor Jewhen Chmar.
Druck von innen
Die spezialisierte Initiative wird als gezielte Kampagne beschrieben, um eine diplomatische Lösung zu erzwingen. Hinter den Kulissen lastet sie schwer auf dem primären Geheimdienst- und Sicherheitsapparat der Ukraine.
„Ich habe eine 40-Tage-Operation für den [ukrainischen Sicherheits]Dienst genehmigt, die darauf abzielt, den Aggressorstaat zu beeinflussen, um ihn zur Beendigung des Krieges zu ermutigen“, erklärte Selenskyj online.
Während spezifische operative Details streng geheim bleiben, signalisiert der Schritt den Wunsch, Schwachstellen innerhalb Russlands selbst auszunutzen. Kiew hofft, dass intensiver, anhaltender Druck im nächsten Monat die politische Kalkulation in Moskau verändern wird.
Die Macht der Drohnen
Der Zeitpunkt dieser neuen Offensive fällt mit dem zusammen, was ukrainische Beamte als eine Reihe großer Erfolge hinter den Kulissen betrachten. Technologie hat eine massive Rolle in ihren jüngsten militärischen Kalkulationen gespielt.
Selenskyj lobte seine Geheimdienstteams für ihre Beständigkeit und merkte an, dass sie „dank des Einsatzes verschiedener Drohnentypen seit mehreren Monaten die beste Leistung beim Schutz ukrainischer Stellungen an der Front gezeigt haben“.
Ein Großteil dieses Erfolgs beruht auf einer starken Abhängigkeit von fortschrittlichen unbemannten Luftfahrzeugen. Geheimdienstkräfte haben mehrere Monate lang verschiedene Drohnentypen eingesetzt, um wichtige Infrastruktur anzugreifen und die russische Logistik zu stören.
Nun werden dieselben Fähigkeiten in diese neue, schnell voranschreitende Kampagne gelenkt, um Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu drängen.
Quellen: LETA