Untergrund-Widerstandsgruppen, die mit der Ukraine verbunden sind, sind zu einem beständigen Bestandteil des Krieges geworden.
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Durch Sabotage, Informationsbeschaffung und gezielte Angriffe wollen diese Netzwerke nach eigenen Angaben Russlands militärische Fähigkeiten von innen heraus schwächen.
Eine der aktivsten Gruppen hat nun von einer Operation tief im russischen Staatsgebiet berichtet, bei der Infrastruktur ins Visier genommen worden sein soll, die mit der Waffenproduktion verbunden ist.
Behaupteter Stromausfall
Die proukrainische Partisanenbewegung Atesh erklärte am 28. Januar, einer ihrer Operateure habe ein elektrisches Umspannwerk in der russischen Republik Udmurtien sabotiert.
Die Behauptung wurde in einem Beitrag auf dem Telegram-Kanal der Gruppe veröffentlicht.
Laut Atesh befindet sich das beschädigte Umspannwerk im nördlichen Teil von Ischewsk, der Hauptstadt der Republik Udmurtien. Die Gruppe erklärte, die Aktion habe einen Stromausfall verursacht, der nahegelegene Einrichtungen beeinträchtigt habe.
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Atesh behauptete, der Ausfall habe die Stromversorgung des metallurgischen Werks BUMMASH teilweise unterbrochen, das die Gruppe als Teil von Russlands militärisch-industriellem Komplex bezeichnete.
Industrielles Ziel
Die Gruppe erklärte, BUMMASH produziere sowohl Güter mit doppeltem Verwendungszweck als auch Stahl- und Metallprodukte, die bei der Waffenherstellung und für schwere Militärausrüstung im Krieg gegen die Ukraine genutzt würden.
The Kyiv Independent berichtete, dass die Angaben von Atesh nicht unabhängig überprüft werden konnten.
Das Ausmaß der Schäden am Umspannwerk sowie die Schwere oder Dauer der Stromunterbrechung waren zunächst unklar.
Von Atesh veröffentlichte Bilder enthielten eine Karte mit den Koordinaten des BUMMASH-Werks, doch eine offizielle Bestätigung durch russische Behörden lag nicht vor.
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Partisanenkampagne
Atesh hat wiederholt die Verantwortung für Sabotageaktionen innerhalb Russlands und in russisch besetzten Gebieten der Ukraine übernommen.
Die Gruppe beschreibt sich als dezentralisierte Partisanenbewegung, die gegen Russlands Kriegsinfrastruktur arbeitet.
Im vergangenen Jahr erklärten Atesh-Agenten, sie hätten Bahnknotenpunkte, eine Lokomotive und eine russische Luftabwehrfabrik sabotiert.
In jüngerer Zeit konzentrierte sich die Gruppe auf Umspannwerke und andere Energieinfrastruktur, die nach eigenen Angaben „Schlüssel“-Komponenten von Russlands Kriegsmaschinerie versorgen.
Tief im Inneren Russlands
Die meisten zuvor gemeldeten Operationen von Atesh fanden näher an der russisch-ukrainischen Grenze oder in besetztem ukrainischem Gebiet statt.
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Die Republik Udmurtien liegt jedoch mehr als 1.300 Kilometer von der Grenze entfernt.
Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre die Sabotage die erste bekannte Atesh-Operation in dieser Region.
Quellen: The Kyiv Independent, Atesh Telegram