Startseite Krieg Wütender Kreml-Propagandist gibt zu: Putin fehlen Gelder für Luftverteidigung

Wütender Kreml-Propagandist gibt zu: Putin fehlen Gelder für Luftverteidigung

Vladimir Solovyov
kremlin.ru / Wiki Commons

Ein makelloses öffentliches Image während eines langen Konflikts aufrechtzuerhalten, ist schwierig.

Tag für Tag tun staatliche Medienkanäle alles, um der Öffentlichkeit totale Stärke und unendliche Ressourcen zu vermitteln. Doch manchmal sickert die Realität durch.

Schock in der Live-Sendung

Ein prominenter russischer Fernsehmoderator hat sein Publikum soeben schockiert. Im Live-Fernsehen enthüllte Wladimir Solowjow, dass kritische Verteidigungsprojekte zum Stillstand gekommen sind, weil dem Staat das Geld ausgegangen sei.

Laut dem Medienportal Agentstvo ist dies das erste Mal, dass der bekannte Kommentator diese wirtschaftlichen Engpässe öffentlich eingeräumt hat. Es ist ein seltener Einblick in die wahren Kosten des Krieges.

Konkret gab Solowjow bekannt, dass Arbeiter den Bau von Schutzdämmen um wichtige Brücken eingestellt hätten. Diese Strukturen schützen entscheidende Versorgungswege vor ukrainischen Angriffen, doch die Finanzierung sei plötzlich versiegt.

Gebrochene Verteidigungsversprechen

Der Fernsehmoderator verbarg seine Wut nicht. Stattdessen brachte er den Baustopp explizit mit einem umfassenderen Mangel an Geldern für wichtige militärische Ausrüstung in Verbindung.

„Jetzt bauen wir Dämme, um die Brücken zu schützen, die die Ukrainer angreifen, um unsere Infrastruktur zu stören. Wir bauen Dämme. Aber in den letzten Tagen gab es keine Arbeit, kein Geld. Wie ist das möglich? Ach ja. Wir dürfen, Gott bewahre, die Inflation nicht in die Höhe treiben … Hat die Inflation Moskau getroffen? Die Frage ist, warum sie hereingeflogen ist? Weil wir moderne Luftverteidigungssysteme brauchen, die wir haben, aber sie müssen erweitert werden“, sagte Solowjow laut LA.LV.

Der Kommentator machte die russische Zentralbank für das Problem verantwortlich. Er argumentierte, dass deren hohe Zinssätze der Wirtschaft schadeten, während der Staat dringend Geld für die Verteidigung benötige.

Explodierende Militärausgaben

Der öffentliche Wutausbruch verdeutlicht ein massives Problem, das Moskau normalerweise sehr zu verbergen versucht. Der Krieg ist schlichtweg zu teuer geworden, um ihn komfortabel zu bewältigen.

„Hat die Inflation Moskau also getroffen? Die Frage ist, warum sie kam? Weil wir moderne Luftverteidigungssysteme brauchen“, wiederholte Solowjow während seiner Sendung.

Diese Schwierigkeiten decken sich mit aktuellen Wirtschaftsdaten. Laut Bloomberg könnten Russlands Militärausgaben in diesem Jahr um bis zu fünf Billionen Rubel über dem ursprünglichen Budget liegen.

Das entspricht einer erstaunlichen Steigerung von 40 Prozent. Der Ökonom Jānis Kluge schätzte zuvor, dass fast die Hälfte aller Ausgaben des Bundeshaushalts im ersten Quartal direkt an das Militär gingen.

Quellen: LA.LV, Agentstvo, Bloomberg