Lehrer unter Beschuss: Pisa-Chef fordert radikale Veränderungen

Geschrieben von Olivia Rosenberg

17 Wochen vor

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19/01/2024
Foto: Shutterstock
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Pisa-Chef sieht große Mängel bei Lehrern.

Andreas Schleicher, OECD-Bildungsdirektor und Pisa-Chef, hat in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ eine kritische Abrechnung mit den deutschen Lehrern vorgenommen. 

Er äußert sich enttäuscht über das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler in der letztjährigen Pisa-Studie und sieht einen langfristigen Trend. 

Schleicher kritisiert, dass viele Lehrer in Deutschland sich noch immer als Befehlsempfänger sehen, die lediglich einen Lehrplan abarbeiten, anstatt kreativ und innovativ zu unterrichten. 

Er hat wenig Verständnis für Lehrer, die sich auf Überlastung berufen, und betont, dass deutsche Lehrer im internationalen Vergleich sehr gut bezahlt werden. 

Schleicher fordert eine Neuausrichtung des Lehrerberufs und eine bessere Organisation der Arbeitszeit, um Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.

Laut Focus schlägt Schleicher vor, die Mittel im Bildungsbereich gezielter einzusetzen, insbesondere in Grundschulen und bei Schülern aus armen Familien und mit Migrationshintergrund. 

Er betont die Notwendigkeit, Eltern stärker in den Bildungsprozess ihrer Kinder einzubeziehen. 

Schleicher appelliert an die Lehrer, sich auf den Weg zu machen und gemeinsam an Schulen positive Veränderungen herbeizuführen, ohne auf Erlass aus dem Kultusministerium zu warten.