Von wiederbelebten Ikonen bis hin zu jahrhundertealten Manufakturen dürfte das kommende Jahr stark auf Tradition setzen. Sammler beobachten genau, welche Anlässe die Marken feiern – und auf welche Weise.
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Die Welt der Luxusuhren bewegt sich selten, ohne dabei über die eigene Schulter zu blicken. Während die Marken auf das Jahr 2026 zusteuern, prägt ein dicht gedrängter Kalender von Jubiläen die Erwartungen lange vor offiziellen Ankündigungen.
Von wiederbelebten Ikonen bis hin zu jahrhundertealten Manufakturen dürfte das kommende Jahr stark auf Tradition setzen. Sammler beobachten genau, welche Anlässe die Marken feiern – und auf welche Weise.
Ein vertrautes Muster
Meilensteine dienen der Schweizer Uhrenindustrie seit Langem als verlässliches erzählerisches Instrument. Jubiläumsjahre geben den Marken Anlass, Ikonen neu aufzulegen, Klassiker wiederzubeleben oder technisch ambitionierte Modelle mit nostalgischem Anstrich vorzustellen.
Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, wie unterschiedlich diese Strategie ausfallen kann. Während einige Jubiläen große Neuheiten hervorbrachten, gingen andere nahezu unbemerkt vorüber – eine Erinnerung daran, dass Jahrestage nichts garantieren.
Vor diesem Hintergrund sticht 2026 durch die schiere Anzahl bedeutender Daten hervor, die zeitlich zusammenfallen.
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Die Nautilus wird fünfzig
Die Nautilus von Patek Philippe erreicht 2026 ihr 50-jähriges Jubiläum, ein halbes Jahrhundert nach der Einführung der Referenz 3700 im Jahr 1976.
Das von Gérald Genta entworfene Modell benötigte Zeit, um Kultstatus zu erlangen, bevor es zu einer der begehrtesten Uhren der Welt wurde. Da Stahl für die Marke inzwischen keine Priorität mehr hat, konzentrieren sich die Spekulationen eher auf eine Jubiläumsreferenz aus Edelmetall als auf eine Rückkehr zu Edelstahl.
Patek Philippe hatte bereits das 40-jährige Jubiläum der Nautilus gewürdigt, was die Erwartung verstärkt, dass das Unternehmen den 50. Jahrestag nicht stillschweigend verstreichen lässt.
Meilensteine bei Heuer und Tudor
Auch die Monza von TAG Heuer wird 2026 50 Jahre alt. Ursprünglich zur Feier von Ferraris Erfolgen in der Formel 1 entworfen, wurde die Monza mehrfach neu aufgelegt, zuletzt in avantgardistischen Materialien. Beobachter sehen diese moderne Interpretation als mögliche Grundlage für eine Jubiläumsausgabe.
Tudor erreicht derweil einen deutlich größeren Meilenstein: das 100-jährige Bestehen. Die Marke wurde 1926 von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf ins Leben gerufen und hat ihre Identität im vergangenen Jahrzehnt neu definiert. Auch wenn konkrete Details fehlen, wird allgemein erwartet, dass das Jubiläum mehr als nur oberflächliche Änderungen mit sich bringt.
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Rückkehr ruhender Marken
Das 200-jährige Jubiläum von Gallet fällt mit der geplanten Wiederbelebung der Marke unter dem Dach von Breitling zusammen. Gallet ist historisch eng mit Fliegeruhren und Chronographen verbunden, und die Rückkehr dürfte funktionale, professionelle Modelle in den Mittelpunkt stellen, statt reine Heritage-Stücke.
Der Zeitpunkt deutet darauf hin, dass das Jubiläum kein Zufall ist, sondern Teil einer umfassenderen Strategie, Gallet mit gewahrter historischer Glaubwürdigkeit neu zu positionieren.
Rolex-Jubiläen rücken näher
Rolex steht 2026 vor mehreren Jahrestagen, beginnend mit 100 Jahren des Oyster-Gehäuses. Dieses wurde 1926 eingeführt und bildete die Grundlage für die wasserdichte Identität der Marke.
Rolex gilt als ausgesprochen zurückhaltend bei Jubiläumsmodellen, doch das Ausmaß dieses Meilensteins hat Spekulationen über eine technische oder konzeptionelle Neuheit ausgelöst, statt einer offensiven Jubiläumskennzeichnung.
Sowohl die Milgauss als auch die Day-Date gehen auf das Jahr 1956 zurück und erreichen damit ihr 70-jähriges Bestehen. Da die Milgauss derzeit nicht im Sortiment geführt wird und die Day-Date als reif für eine strukturelle Überarbeitung gilt, sehen Sammler 2026 als möglichen Wendepunkt.
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Dreißig Jahre moderner Ikonen
Die Overseas-Kollektion von Vacheron Constantin feiert ihr 30-jähriges Bestehen und setzt eine Linie fort, die in den 1970er-Jahren mit der 222 begann. Eine vollständige Neugestaltung gilt als unwahrscheinlich, doch Sondereditionen werden weithin erwartet.
Auch Parmigiani Fleurier blickt auf 30 Jahre seit der Gründung zurück. Die Marke, bekannt für technische Raffinesse und zurückhaltendes Design, könnte das Jubiläum nutzen, um mechanische Leistungen in den Vordergrund zu stellen – statt sich allein auf Nostalgie zu stützen.