Das Treffen zwischen den beiden Staatschefs nahm eine drastische Wendung.
Sorgfältig inszenierte diplomatische Lächeln, polierte Konferenztische und streng choreografierte Händedrücke lassen selten viel Raum für Chaos. Peking bewies kurzzeitig das Gegenteil während des hochkarätigen Treffens von Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.
Die globale Aufmerksamkeit war bereits wegen der zunehmenden Spannungen um Taiwan und der wachsenden Reibereien zwischen Washington und Peking auf den Gipfel gerichtet. Dann verlor offenbar jemand im Pressebereich nicht nur die Kontrolle über eine Fernsehkamera.
Hitziger Moment unterbricht hochrangiges Treffen
Reporter und Kamerateams hatten sich kurz bevor die Gespräche zwischen den beiden Staatschefs offiziell begannen, in einem Konferenzraum versammelt. Laut Mirror brach Verwirrung aus, nachdem Ausrüstung in der Nähe des Medienbereichs zu Boden gestoßen wurde.
Zeugen beschrieben Schreie im Raum, während Sicherheitspersonal und Mitarbeiter herbeieilten, um die Störung einzudämmen.
„Verpiss dich verdammt nochmal von hier!“, soll jemand während der Konfrontation gerufen haben, wie Aufnahmen und Berichte vom Ort des Geschehens belegen.
Niemand aus einer der beiden Delegationen schien physisch beteiligt zu sein, und der Vorfall unterbrach das Treffen selbst nicht. Trump und Xi setzten ihre Gespräche kurz darauf hinter verschlossenen Türen fort.
Taiwan überschattet die Gespräche
Auf halbem Weg des diplomatischen Besuchs wurde auch klar, dass Taiwan einer der größten Streitpunkte zwischen den Vereinigten Staaten und China blieb.
Chinesische Beamte sollen die amerikanische Delegation gewarnt haben, dass ein falscher Umgang mit der Taiwan-Frage die Beziehungen zwischen den beiden Supermächten ernsthaft beschädigen könnte. Peking betrachtet die selbstverwaltete Insel weiterhin als Teil Chinas, während Washington offiziell an seiner langjährigen „Ein-China“-Politik festhält, ohne Pekings territoriale Ansprüche vollständig zu unterstützen.
Trump vermied es weitgehend, öffentliche Kommentare zu Taiwan abzugeben, während er in Peking vor Reportern auftrat. Amerikanische Journalisten versuchten, den Präsidenten dazu zu drängen, ob das Thema privat mit Xi besprochen worden sei, doch Trump lehnte eine direkte Antwort ab.
Handel, militärischer Einfluss und globale Technologie
Taiwan hat weiterhin eine enorme strategische Bedeutung, die weit über die Diplomatie hinausgeht. Die Kontrolle über die Insel würde den militärischen Einfluss im Pazifik dramatisch neu gestalten und einige der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt beeinflussen.
Auch die Technologie bleibt zentral für den Streit. Der taiwanesische Halbleiterriese TSMC kontrolliert einen massiven Anteil des globalen Mikrochipmarktes, was die Insel für die weltweite Elektronikfertigung entscheidend macht.
Die chinesische Führung hat wiederholt darauf bestanden, dass die Wiedervereinigung mit Taiwan ein langfristiges nationales Ziel bleibt, während amerikanische Beamte weiterhin inoffizielle Beziehungen und militärische Zusammenarbeit mit Taipeh pflegen.
Trumps Besuch dauert bis Freitag an
Trumps Besuch in China markiert seine erste Staatsreise in das Land seit fast einem Jahrzehnt. Öffentlich eröffneten beide Staatschefs den Gipfel mit herzlichen Bemerkungen und gegenseitigem Lob, bevor sich die Diskussionen sensibleren geopolitischen Themen zuwandten.
Hinter den Kulissen prägen jedoch weiterhin Spannungen um Taiwan, regionale Sicherheit und wirtschaftlicher Wettbewerb nahezu jeden Teil der Beziehung zwischen Washington und Peking.