Experten behaupten, der US-Präsident plane militärische Angriffe auf zwei weitere Nationen.
Der wachsende Druck angesichts der Lage im Iran hat unter politischen Analysten neue Spekulationen über Donald Trumps nächsten internationalen Schritt ausgelöst.
Mehrere Kommentatoren, die von der norwegischen Zeitung Dagbladet interviewt wurden, glauben, der US-Präsident könnte eine neue geopolitische Konfrontation suchen, um die politische Aufmerksamkeit von den Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Iran-Politik abzulenken.
Kuba hat sich als eines der Länder herauskristallisiert, das in diesen Diskussionen am häufigsten genannt wird.
Norwegischer Experte deutet auf mögliche Eskalation hin
Iver Neumann, Direktor des Fridtjof-Nansen-Instituts in Norwegen, äußerte die Ansicht, dass weitere Maßnahmen kurz nach dem Sommer erfolgen könnten.
„Wenn ich raten muss – und das muss man natürlich –, dann würde ich wetten, dass er direkt nach den Sommerferien angreift“, sagte Neumann gegenüber Dagbladet.
Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna haben sich dem Bericht zufolge in den letzten Jahren stark verschlechtert, wobei sich die Spannungen in den letzten Monaten weiter zugespitzt haben.
Miguel Díaz-Canel, Präsident Kubas, hat bereits vor militärischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten gewarnt.
„Ein Blutbad mit unvorstellbaren Konsequenzen“, beschrieb Díaz-Canel, was seiner Meinung nach ein amerikanischer Angriff auf Kuba auslösen könnte.
Politico-Kommentatorin äußert ähnliche Theorie
Politische Spekulationen über Trumps Absichten sind auch in der amerikanischen Medienberichterstattung aufgetaucht.
Nahal Toosi, Korrespondentin für Außenpolitik bei Politico, argumentierte, Kuba könnte für Trump attraktiv werden, da die Möglichkeit bestehe, einen schnellen politischen Sieg zu erringen.
„Ja, Trump könnte tatsächlich Kuba angreifen“, schrieb Toosi in einem Kommentar.
Neumann äußerte in Kommentaren gegenüber Dagbladet ähnliche Bedenken und argumentierte, dass die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Iran Trump politisch zunehmend schadeten.
Ein Prestigeverlust dürfte für Trump besonders schwer zu akzeptieren sein, so der norwegische Analyst, der behauptete, der Präsident möge es überhaupt nicht, öffentlich geschwächt zu erscheinen.
Grönland ebenfalls erwähnt
Neumann schlug zusätzlich vor, Grönland könnte theoretisch Teil von Trumps strategischen Überlegungen werden, obwohl er glaubt, dass die Konsequenzen wahrscheinlich zu schwerwiegend wären.
Schäden an den Beziehungen zu Europa und der NATO würden einen solchen Schritt politisch riskant machen, argumentierte er.
Die Diskussion um Grönland folgt wiederholten Äußerungen Trumps in den letzten Jahren, in denen er Interesse an dem arktischen Territorium und dessen strategischer Bedeutung bekundete.
Weder das Weiße Haus noch Trumps Wahlkampfteam haben öffentlich Pläne für militärische Maßnahmen gegen Kuba oder Grönland bekannt gegeben.