Ein ehemaliger Topberater von Donald Trump hat eine nüchterne Einschätzung der Iran-Strategie des Präsidenten abgegeben. Seine Aussagen deuten darauf hin, dass das angestrebte Endziel möglicherweise weniger auf konkrete Ergebnisse als vielmehr auf die öffentliche Wahrnehmung ausgerichtet ist.
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Die Äußerungen erfolgen, während sich der Konflikt weiterentwickelt und Fragen zu den langfristigen Zielen Washingtons zunehmen, berichtet Wiadomości.
Narrativ des Sieges
John Bolton, Trumps ehemaliger nationaler Sicherheitsberater, sagte, der Präsident werde den Konflikt mit dem Iran wahrscheinlich unabhängig vom tatsächlichen Verlauf als Erfolg darstellen.
Im Gespräch mit Euronews argumentierte Bolton, dass politische Kommunikation eine zentrale Rolle dabei spielen werde, wie der Konflikt präsentiert wird.
Er deutete an, dass Trump die Situation als Sieg darstellen würde, selbst wenn zentrale Ziele unerreicht bleiben.
Gleichzeitig verwies Bolton auf erhebliche Schäden, die der iranischen Führung und den militärischen Fähigkeiten bereits zugefügt worden seien.
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Fokus auf Regimewechsel
Bolton erklärte, er gehe davon aus, dass das zugrunde liegende Ziel ein Regimewechsel in Teheran sei.
„Es hat 47 Jahre gedauert, dieses Regime aufzubauen, daher sollte niemand überrascht sein, dass es nicht in drei Wochen zusammengebrochen ist“, betonte er.
Er fügte hinzu, dass die weitere Entwicklung nun von inneren Spaltungen innerhalb der iranischen Führung abhänge.
„Es geht darum, wer in der aktuellen Regierung bereit ist, zu kooperieren. Wer nicht mit dem Schiff untergehen will und wer sich auf die Seite der Opposition stellt“, sagte er.
Langfristige Risiken
Trotz der jüngsten Rückschläge für den Iran warnte Bolton, dass die Bedrohung schnell zurückkehren könnte, wenn die derzeitige Führung an der Macht bleibt.
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„Aber wenn das Regime überlebt, wird es – egal wie groß der Schaden ist – die nukleare Bedrohung wieder aufbauen, und auch die terroristische Bedrohung wird einfach zurückkehren“, fuhr er fort.
Er argumentierte, dass ein zu frühes Aufgeben der Ziele die Vereinigten Staaten in eine schwächere Position bringen könnte als zuvor.
Ungewisser Ausgang
Bolton betonte, dass ein Regimewechsel möglich sei, jedoch Zeit und anhaltenden Druck erfordern würde.
Seine Aussagen unterstreichen die Unsicherheit über die nächste Phase des Konflikts sowie die Risiken unvollständiger Ergebnisse.
Während sich die Lage weiterentwickelt, bleiben Fragen offen, ob die US-Strategie auf kurzfristige Erfolge oder eine langfristige Transformation ausgerichtet ist.
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Quellen: Euronews, Wiadomości