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Brand von Crans-Montana: Was im Ernstfall wirklich zählt, wenn Sicherheit auf Verhalten trifft

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Nach der tödlichen Brandkatastrophe in einer Bar in Crans-Montana steht nicht nur die Ursache des Feuers im Fokus. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie sicher sind öffentliche Räume – und wie reagieren Menschen, wenn Gefahr plötzlich real wird?

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Berichte von SRF beleuchten unterschiedliche Ebenen derselben Tragödie. Zusammengenommen zeigen sie, wie eng technische Schutzmaßnahmen, Regeln und menschliche Einschätzungen miteinander verflochten sind.

Technik und Risiko

Wie SRF berichtet, konzentrieren sich die Ermittlungen zur Brandursache auf Bengalkerzen, die offenbar auf Champagnerflaschen montiert waren. Diese sollen die Decke der Bar in Brand gesetzt haben.

Gregor Plett vom Schweizerischen Verband für Brandschutz- und Sicherheitsfachleute spricht gegenüber SRF von einer „katastrophalen Verbindung“.

Bestimmte Materialien an Decken könnten Feuer nicht nur zulassen, sondern dessen Ausbreitung beschleunigen. Der Fall zeigt, wie schnell dekorative Elemente zu einem Sicherheitsrisiko werden können.

Flucht entscheidet

Ein weiterer zentraler Punkt sind die Fluchtmöglichkeiten. Fachleute betonen laut SRF, dass Anzahl und Dimension der Ausgänge entscheidend dafür sind, ob Menschen rechtzeitig entkommen können.

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Diese baulichen Faktoren wirken jedoch nicht isoliert. Sie entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel mit menschlichen Entscheidungen – etwa wie schnell Gefahr erkannt und wie konsequent gehandelt wird.

Regeln im Wandel

Die Schweiz verfügt über landesweite Brandschutzvorschriften. Wie SRF einordnet, stehen diese jedoch vor einer Reform. Ab 2027 soll die Verantwortung stärker bei Eigentümern liegen, teils mit privaten Gutachten statt staatlicher Kontrollen.

Plett sieht diese Entwicklung kritisch. „Wenn ich jetzt denke, dass man den Brandschutz wegnimmt und das nicht mehr behördlich regelt –, damit hätte ich grosse Schwierigkeiten“, sagt er gegenüber SRF.

Der Brand von Crans-Montana verleiht dieser Debatte neue Brisanz.

Verhalten im Ernstfall

Ein weiterer Bericht von SRF richtet den Blick auf die Menschen selbst. Rund 40 Personen kamen ums Leben. Entgegen verbreiteter Vorstellungen sei Chaos nicht die typische Reaktion, heißt es unter Verweis auf aktuelle Forschung.

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Matthias Holenstein von der Stiftung Risikodialog erklärt gegenüber SRF: „Grosses Ereignis, grosse Panik – das ist eher etwas für den Film und ist untypisch für das menschliche Verhalten“. Oft dominierten Hilfsbereitschaft und Orientierung an anderen.

Fehlurteile und Nähe

Diese Muster haben jedoch Grenzen. In extremer Bedrohung könne Verhalten weniger sozial werden, sagt Holenstein.

Internationale Studien nach ähnlichen Unglücken zeigen laut SRF zudem, dass enge soziale Bindungen dazu führen können, dass Menschen Risiken eingehen, um nahestehende Personen zu suchen.

Auch fehlende Erfahrung spiele eine Rolle. Wer Gefahr falsch einschätzt, greift eher auf vertraute Handlungen zurück – mitunter auf Kosten der eigenen Sicherheit.

Lehren über den Einzelfall hinaus

Der Brand von Crans-Montana macht deutlich, dass Sicherheit nicht allein eine Frage von Vorschriften ist. Sie entsteht im Zusammenspiel von Bau, Kontrolle und menschlicher Wahrnehmung.

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Fachleute hoffen laut SRF, dass die Tragödie politische und gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zieht – damit ähnliche Risiken künftig früher erkannt werden.

Quelle: SRF