Ein Angriff tief im Inneren Russlands hat die Verwundbarkeit wichtiger Industrieanlagen verdeutlicht.
Ein Angriff tief im Inneren Russlands hat die Verwundbarkeit wichtiger Industrieanlagen verdeutlicht.
Behörden meldeten Schäden an einer großen Chemieanlage fernab der Frontlinien, was neue Sorgen über eine Eskalation auslöst.
Zielanlage
Laut United24 Media trafen Drohnen am 26. April das Apatit-Werk in Tscherepowez und beschädigten Teile des Stickstoffkomplexes „Ammonia-3“. Die Anlage gehört zu PhosAgro, einem der führenden Düngemittelhersteller Russlands.
Nach Angaben des Gouverneurs der Region Wologda, Georgy Filimonov, waren mehrere Drohnen beteiligt, von denen einige von der Luftabwehr abgefangen wurden. Der Angriff traf Berichten zufolge eine Hochdruckpipeline, die Schwefelsäure transportiert.
Verletzte gemeldet
Filimonov zufolge wurden mindestens fünf Menschen bei dem Angriff verletzt. Die Betroffenen erlitten chemische Verbrennungen und wurden ins Krankenhaus gebracht.
Regionale Behörden teilten mit, dass Rettungskräfte zum Einsatzort geschickt und zusätzliche medizinische Ressourcen in Tscherepowez mobilisiert wurden.
Schäden und Reaktion
Den Behörden zufolge wurde Infrastruktur beschädigt, ein Brand brach jedoch nicht aus. Zudem seien keine gefährlichen Konzentrationen von Chemikalien in der Luft festgestellt worden.
Die Bewertung der Schäden dauert nach Angaben lokaler Behörden an. Die Anlage liegt mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Strategische Bedeutung
United24 Media zufolge ist Apatit ein bedeutender Produzent von phosphatbasierten Düngemitteln und liefert Materialien für Industrie- und Verteidigungszwecke.
Die Anlage produziert NPK-Dünger, Harnstoff und Ammoniumnitrat mit einer Jahreskapazität von über 8,2 Millionen Tonnen und macht etwa 10 Prozent der russischen Ammoniakproduktion aus.
Weitere Angriffe
Dem Bericht zufolge fiel der Vorfall mit weiteren Drohnenangriffen in der Nacht vom 25. auf den 26. April zusammen.
Drohnen trafen auch die Raffinerie Slavneft-YANOS in Jaroslawl und lösten dort einen großen Brand aus.
Quellen: United24 Media