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Elon Musk steigt in eine finanzielle Klasse für sich auf, während Analysten vor Risiken warnen

Elon Musk money dollars
Kathy Hutchins / Shutterstock.com

Der Börsengang hat den Märkten ein neues Unternehmen gegeben, an dem sie andere messen können. Der frühe Kursanstieg zwingt Investoren jedoch zugleich dazu, Wachstum gegen die Abhängigkeit von einer einzigen Führungspersönlichkeit abzuwägen.

Die ersten Tage von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen zeigten eine starke Nachfrage der Anleger nach risikoreichen Technologiewerten. Laut TV 2 Dänemark stieg die Aktie am ersten Handelstag um 19 Prozent, legte am Montag weitere 20 Prozent zu und wurde vor der Eröffnung am Dienstag 10,2 Prozent höher indiziert.

SpaceX setzte den Ausgabepreis seines Börsengangs auf 135 US-Dollar je Aktie fest. Fortune berichtete, dass die Aktie am Freitag bei 150 US-Dollar eröffnete und bis zum Mittag auf 171 US-Dollar stieg.

Reuters bezeichnete das Angebot als das größte Börsendebüt der Geschichte und berichtete, dass SpaceX 75 Milliarden US-Dollar eingesammelt habe.

Die Kursrallye könnte SpaceX unter die wertvollsten Unternehmen der Welt bringen. TV 2 berichtete, dass das Unternehmen bei anhaltenden Kursgewinnen Amazon nach Marktkapitalisierung überholen und näher an Microsoft heranrücken könnte.

Investoren zahlen für mehr als nur Raketen

Die Attraktivität von SpaceX reicht über Raketenstarts hinaus. Starlink, das Satelliteninternetgeschäft des Unternehmens, gilt allgemein als dessen klarster kommerzieller Wachstumstreiber, während wiederverwendbare Raketen weiterhin die größere technologische Wette darstellen.

Lars Skovgaard Andersen, Anlagestratege bei der Danske Bank, einem der größten Finanzinstitute Dänemarks, sagte dem dänischen Sender:

„Alles hängt von Elon Musk ab.“

Andersen erklärte, dass die Aktie ein ungewöhnlich hohes Gründerrisiko berge, da ein erheblicher Teil der Bewertung auf Musks Ruf und seinen Zukunftsplänen basiere.

Reuters zitierte Analysten, die von einer „Elon-Musk-Prämie“ bei SpaceX sprachen. Das bedeutet, dass Investoren das Unternehmen teilweise auf Grundlage von Musks Erfolgsbilanz bei Tesla und SpaceX bewerten und nicht ausschließlich anhand der aktuellen Erträge.

Michael Friis Jørgensen, Leiter des Aktienbereichs bei der dänischen Investmentgesellschaft HC Andersen Capital – benannt nach dem berühmten Schriftsteller Hans Christian Andersen – sagte gegenüber TV 2, dass die technischen Herausforderungen weiterhin erheblich seien. Wenn Raketen künftig ähnlich wie Verkehrsflugzeuge starten und landen könnten, würden sich die Betriebskosten seiner Ansicht nach drastisch senken lassen.

Musks Vermögen ist gewaltig, aber schwer zu liquidieren

Der Börsengang katapultierte auch Musks persönliches Vermögen in bislang unerreichte Höhen. Forbes schätzte, dass sein Nettovermögen nach dem Verkauf der SpaceX-Aktien auf rund 1,1 Billionen US-Dollar gestiegen sei.

Dieses Vermögen besteht jedoch größtenteils aus Aktien und nicht aus Bargeld. Laut BBC stammen etwa drei Viertel von Musks Vermögen aus SpaceX und rund ein Viertel aus Tesla.

Daraus ergibt sich ein komplexes finanzielles Problem. Fortune wies darauf hin, dass Vermögen in dieser Größenordnung Auswirkungen auf Märkte, Steuern, die Kontrolle über Unternehmen und das Vertrauen der Öffentlichkeit haben können.

T.L. Turnipseed, Leiter der Nachlass- und Steuerplanung bei der Alta Trust Company, einem US-amerikanischen Vermögensverwalter für vermögende Kunden, sagte gegenüber Fortune:

„Bei einer Billion Dollar entspricht bereits eine Ineffizienz von 1 Prozent etwa 10 Milliarden Dollar.“

Der nächste Test sind die Geschäftszahlen

Frühe Anleger konnten bereits erhebliche Gewinne verbuchen. Für spätere Investoren fällt die Rechnung schwieriger aus, da ein großer Teil des Marktwerts von SpaceX inzwischen davon abhängt, was das Unternehmen erst in den kommenden Jahren liefern kann.

SpaceX verfügt über starke Vermögenswerte: ein Börsendebüt in Rekordgröße, das Satelliteninternetgeschäft Starlink und einen Gründer, der in der Vergangenheit immer wieder unwahrscheinliche Ideen in bedeutende Unternehmen verwandelt hat.

Gleichzeitig hat das Unternehmen hohe Kosten, lange Entwicklungszyklen und eine Bewertung, die auf Erwartungen basiert, deren Erfüllung Jahre dauern könnte.

Deshalb werden die künftigen Geschäftszahlen von besonderer Bedeutung sein. Investoren werden sehen wollen, ob Starlink weiter wachsen kann, ob sich die Startkosten senken lassen und ob wiederverwendbare Raketen in deutlich größerem Maßstab profitabel werden können.

Die Aktie ist aufgrund des Glaubens daran gestiegen, was SpaceX einmal werden könnte. Nun muss das Unternehmen zeigen, dass sein Geschäftsmodell den Kurs rechtfertigen kann – und nicht nur die Geschichte dahinter.

Quellen: TV 2 Dänemark, Fortune, Reuters, BBC, Forbes