Dies soll bedeuten, dass Russland nun nur noch einen möglichen Käufer für seine Kampfjets der fünften Generation hat.
Angesichts eines zermürbenden Krieges in der Ukraine, der sich nun im fünften Jahr befindet, zahlreicher Sanktionen und eines wachsenden Staatsdefizits versucht Russland, mit den Ländern Geld zu verdienen, die noch bereit sind, tatsächlich Geschäfte mit ihm zu machen.
Eines dieser Länder ist Indien, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine einer der größten Importeure von russischem Rohöl ist, und Russland bleibt ein wichtiger Lieferant von Militärgerät für Indien.
Doch wenn Putin gehofft hatte, dringend benötigte Einnahmen aus einem neuen Kampfjet-Geschäft mit Indien zu erzielen, scheint er nun sehr enttäuscht zu sein.
Keine neuen Kampfjets
Laut United24 Media erklärte der indische Verteidigungsstaatssekretär Rajesh Kumar Singh, dass Neu-Delhi sich auf die Modernisierung seiner bestehenden Kampfjetflotte konzentrieren werde, während es sein heimisches Tarnkappenflugzeugprojekt vorantreibe.
Singh nannte den spezifischen russischen Jet nicht direkt. Er bestätigte jedoch, dass Indien keine Pläne habe, eine „neue Version der Sukhois“ zu erwerben, so India Today und Aerospace Global News.
Moskau hatte seine Exportvariante Su-57E zusammen mit einer lizenzierten lokalen Produktion und Technologietransfers angeboten, merkte United24 Media an. Doch indische Beamte lehnten das Angebot ab, nachdem frühere gemeinsame Kampfjet-Partnerschaften gescheitert waren.
Die Entscheidung lässt Algerien als einzigen öffentlich bekannten ausländischen Käufer für die Su-57E zurück. Russische Behörden behaupten jedoch, dass weitere nicht offengelegte Geschäfte existierten.
Flottenmodernisierung
Laut Aerospace Global News lenke Indien Ressourcen auf die rund 260 bereits im Dienst befindlichen Su-30MKI-Jets, anstatt neue Kampfjetmodelle zu beschaffen.
Neu-Delhi bereitet eine umfassende Modernisierung vor, bekannt als „Super Sukhoi“-Upgrade. Das Projekt wird die bestehenden Jets mit neuer Avionik, Systemen zur elektronischen Kampfführung, aktualisierten Waffen und fortschrittlicher Navigationstechnik ausstatten.
Um frühere Verluste zu ersetzen, platzierte das indische Verteidigungsministerium auch einen Auftrag über 12 zusätzliche Su-30MKIs bei Hindustan Aeronautics Limited zu Kosten von rund 135 Milliarden Rupien oder 1,42 Milliarden US-Dollar.
Strategische Neuausrichtung
Spannungen bezüglich russischer Kampfjet-Partnerschaften gehen auf ein Designabkommen aus dem Jahr 2010 im Wert von 295 Millionen US-Dollar zwischen Hindustan Aeronautics Limited und Rosoboronexport zurück, berichtete Aerospace Global News.
Indien zog sich 2018 zurück. Beamte nannten ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Tarnkappenleistung, der Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung, steigender Kosten und eingeschränkter Technologieweitergabe.
Trotz der Ablehnung bricht Neu-Delhi die Beziehungen zu Moskau nicht vollständig ab. Indien betreibt weiterhin russische Panzer, U-Boote und Luftabwehrsysteme, während es gemeinsam Hardware wie die BrahMos-Rakete produziert, berichtet die Kyiv Post.
Dennoch merkten von Aerospace Global News zitierte Analysten an, dass Moskaus wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit von China indische Verteidigungsplaner weitaus vorsichtiger hinsichtlich langfristiger ausländischer Abhängigkeiten gemacht habe.