Er hatte auch antisemitische und anti-ukrainische Ansichten geäußert.
Eine tödliche Schießerei in Kiew am 18. April forderte mehrere Opfer, nachdem ein Schütze in einem Wohngebiet das Feuer eröffnet und anschließend Geiseln in einem Supermarkt genommen hatte.
Der Verdächtige, identifiziert als der 58-jährige Dmytro Wassyltschenkow, wurde nach einer Pattsituation von Spezialkräften getötet. Sieben Menschen wurden bei dem Angriff getötet und 14 weitere verletzt, so die Behörden.
Die Behörden bestätigten später, dass der Vorfall als terroristischer Anschlag behandelt wurde.
Die Gewalt ereignete sich im Bezirk Holosiivskyi, wo der Schütze zunächst Zivilisten angriff und sich später in einem Velmart-Geschäft verbarrikadierte. Gleichzeitig brach in seiner Wohnung ein Feuer aus, was das Chaos noch verstärkte.
Polizeibeamte flohen vom Tatort
Nach der Schießerei wurden zwei Polizeibeamte suspendiert, da Aufnahmen zeigten, wie sie vom Tatort flohen, anstatt zu versuchen, die Gewalt zu stoppen, berichtete Euronews am 19. April.
Am Montag, dem 20. April, trat der Polizeichef der Ukraine infolge der Aufnahmen, die die fliehenden Beamten zeigten, zurück.
Doch warum tat Wassyltschenkow, was er tat?
Fragen zum Motiv
Ermittler untersuchen den Hintergrund und mögliche Motive des Angreifers. Medienberichten zufolge vertrat Wassyltschenkow antiukrainische und antisemitische Ansichten.
Die Behörden sagen, er habe die Legitimität der Ukraine bestritten, sie als „sogenannte Ukraine“ bezeichnet und militante Aktionen im Osten des Landes unterstützt.
Eine Open-Source-Untersuchung von Toronto Television identifizierte ein Facebook-Konto, das ihm zugeschrieben wird, zwischen 2016 und 2019 aktiv war und ähnliche ideologische Positionen widerspiegelte.
Ein „General der russischen Armee“
Am 22. April berichtete The New Voice of Ukraine, dass Material vom Telefon des Verdächtigen geborgen wurde. Der nationale Polizeichef der Ukraine, Iwan Wyhiwskyj, sagte, die Aufnahmen zeigten, wie sich der Angreifer während des Angriffs selbst filmte.
„Als wir bestimmte Dateien auf seinem Telefon untersuchten, filmte er sich ständig selbst, während er schoss. Manchmal ging er am Gebäudeeingang herum und nannte sich einen General der russischen Armee. Wir verstehen, dass er bestimmte Probleme hatte“, sagte Wyhiwskyj laut Interfax-Ukraine.
Die Behörden haben keine direkten Verbindungen zwischen dem Verdächtigen und russischen Behörden bestätigt, aber die Aussagen werden im Rahmen der Ermittlungen überprüft.
Die Ermittlungen dauern an, während die Strafverfolgungsbehörden weiterhin Beweismittel analysieren und den Ablauf der Ereignisse rekonstruieren.
Quellen: Interfax-Ukraine, Medienberichte, Toronto Television, Reuters, Sky News, The New Voice of Ukraine, Euronews