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Kreml nennt es ‚absurd‘, da russisch-orthodoxer Führer wegen Drogenhandels in Europa verhaftet wird

White House cocaine in locker 50 testing
USSS / Wikimedia Commons

Beamte fanden vier Beutel gefüllt mit weißem Pulver.

Das Überschreiten internationaler Grenzen beinhaltet normalerweise eine schnelle Passkontrolle. Doch manchmal entwickelt sich eine routinemäßige Fahrt zu einer massiven diplomatischen Krise.

Und genau das geschah während einer kürzlichen Reise durch Mitteleuropa.

Eine schockierende Entdeckung

Am Wochenende stoppten tschechische Sicherheitskräfte ein verdächtiges Fahrzeug in der mittelböhmischen Region.

Der Fahrer war der orthodoxe Metropolit Hilarion. Er war zuvor ein hochrangiger Funktionär der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Beamte durchsuchten sein Fahrzeug und fanden Berichten zufolge vier kleine Beutel mit weißem Pulver. Sie handelten aufgrund eines geheimen Hinweises.

Das Tschechische Nationale Drogenkontrollzentrum erklärte den plötzlichen Stopp. Es erklärte: „Basierend auf einem anonymen Hinweis bezüglich des Transports von Betäubungsmitteln und psychotropen Substanzen haben wir Maßnahmen gegen ein Fahrzeug in der mittelböhmischen Region ergriffen.“

Wütende diplomatische Reaktion

Der Kirchenführer bestreitet vehement, etwas über die illegalen Substanzen gewusst zu haben. Sein offizieller Telegram-Account vermerkte, dass die Polizei ihn über sechs Stunden lang intensiv befragt habe.

Hilarion besteht darauf, er sei abwesend gewesen, als die Beamten die Durchsuchung tatsächlich durchführten. Nun schaltet sich der Kreml ein, um ihn zu verteidigen.

Russische Beamte bestellten am Dienstagmorgen einen tschechischen Diplomaten ein, um einen formellen Protest zu überreichen. Sie glauben, der anonyme Hinweis beweise, dass das gesamte Ereignis eine bewusste Inszenierung gewesen sei.

Eine Erklärung des russischen Außenministeriums forderte seine sofortige Freilassung. Laut Agerpres hieß es in der Note: „Die russische Seite fordert nachdrücklich die bedingungslose und sofortige Freilassung von Metropolit Hilarion sowie die Einstellung der Verfolgung von Vertretern der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Tschechischen Republik.“

Absurden Vorwürfen gegenüberstehen

Russische Behörden wiesen die Drogenhandelsvorwürfe vollständig zurück. Sie bezeichneten die strafrechtlichen Anschuldigungen als „absurd“ und völlig unbegründet, so ein Bericht von EFE.

Der verhaftete Kleriker ist kein gewöhnlicher Priester. Vor Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 leitete er über ein Jahrzehnt lang die Außenbeziehungen der Kirche.

Ihn nach Moskau zurückzuschicken, könnte sich als unmöglich erweisen. Exilierte russische Oppositionsquellen behaupten, der prominente Kleriker besitze tatsächlich einen ungarischen Pass.

Diese doppelte Staatsbürgerschaft hindert die tschechischen Behörden daran, ihn einfach abzuschieben. Stattdessen bleibt der hochrangige Verdächtige in einer sich rasch zuspitzenden diplomatischen Pattsituation gefangen.

Quellen: Digi24, EFE, Agerpres, Czech National Drug Control Center, Telegram