Startseite Nachrichten Krise im russischen Bankensektor: Jede fünfte Bank macht Verluste

Krise im russischen Bankensektor: Jede fünfte Bank macht Verluste

Russian economy
Ronnie Chua / Shutterstock.com

Russlands kleinere Banken kämpfen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck, während die größten Kreditinstitute des Landes ihre Kontrolle über den Markt offenbar weiter ausbauen.

Während kleinere Banken im russischen Bankensektor ums Überleben kämpfen, zeichnet sich bei den größeren Akteuren ein ganz anderer Trend ab.

Die größten Institute bauen ihre dominante Stellung auf dem Markt weiter aus.

Immer weniger Banken können sich halten

Die Zeitung Iswestija veröffentlichte kürzlich Daten, die ein düsteres Bild der kleinsten Banken Russlands zeichnen. Neue Zahlen zeigen, dass die Zahl der angeschlagenen kleinen Banken laut The Moscow Times den höchsten Stand seit Jahresbeginn erreicht hat.

Innerhalb weniger Monate hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Den Daten zufolge arbeitet inzwischen fast jede fünfte russische Bank defizitär.

Diese finanziellen Verluste könnten für viele Institute schwerwiegende Folgen haben. Besonders Regionalbanken und mittelgroße Kreditgeber dürften zunehmend vor existenziellen Herausforderungen stehen.

Druck durch hohe Zinsen

Allerdings ist dies längst nicht das erste Mal, dass die russische Wirtschaft in Schwierigkeiten gerät. Seit dem Angriff auf die Ukraine steht die russische Wirtschaft laut CNN wegen steigender Militärausgaben und sinkender Einnahmen aus Öl- und Gasexporten unter starkem Druck.

Denis Sochney, Managing Partner bei Refinance.ru, sieht die straffere Geldpolitik des Landes als einen der Hauptgründe für die Probleme. Diese geldpolitische Neuausrichtung begann laut The Moscow Times nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine.

Gleichzeitig konzentriert sich die russische Zentralbank darauf, die Inflation zu senken. Diese ist seit dem Sommer 2025 schrittweise zurückgegangen und liegt derzeit bei 14,5 Prozent.

Sorge vor Monopolen

Dennoch bleiben Zweifel an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage bestehen. Obwohl die Zentralbank erklärt, dass kleinere Institute am stärksten betroffen seien, weisen auch Daten mehrerer Großbanken deutlich höhere Verluste aus.

Gleichzeitig erwirtschaftet der Bankensektor insgesamt weiterhin erhebliche Gewinne. Laut Dmitri Michailow von Kosmovizakom sind es eindeutig die größten Banken, die diese Gewinne antreiben, berichtet The Moscow Times.

Ohne Möglichkeiten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder ihre Vertriebsstrukturen auszubauen, könnte die Zukunft für viele Banken zunehmend schwieriger werden, sagte der Finanzberater Alexy Rodin gegenüber The Moscow Times.

Quellen: The Moscow Times, Iswestija, CNN, Russische Zentralbank